Als dritte Kommune im Landkreis Erding

Ein Seniorenbeirat für Pastetten

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In Pastetten wird ein Seniorenbeirat gegründet. Er wäre erst das dritte Gremium seiner Art im Landkreis - nach Taufkirchen und Forstern.

Pastetten – Ein eigenes Sprachrohr für die Senioren: Was Taufkirchen bereits 1997 getan hat und in Forstern vor bald zwei Jahren etabliert wurde, packt jetzt auch Pastetten an: Es wird ein Seniorenbeirat gegründet. Die Weichen dafür hat der Gemeinderat mit dem Erlass einer entsprechenden Satzung gestellt. Gesprächsbedarf bestand nur beim Thema Rederecht.

„Mir gefällt die Idee eines Seniorenbeirats schon sehr lange“, gestand Bürgermeisterin Cornelia Vogelfänger (CSU). Schon vor Jahren habe sie deshalb ihren Gemeinderatskollegen Hans Kerschbaum (FWE) auf Tagungen des Landesseniorenbeirats geschickt, damit er sich dort informieren könne. Konkret sei das Thema heuer geworden, nachdem die SPD den Antrag gestellt hatte, auf Landkreisebene eine Seniorenvertretung aufzubauen.

Wie berichtet, war dieser Wunsch im Kreisausschuss gescheitert, und auch alle 26 Bürgermeister hatten sich zuvor schon in ihrer Dienstbesprechung dagegen ausgesprochen. Ein Grund: Solange es noch zu wenige Seniorenbeiräte auf Gemeindeebene gibt, mache eine Vertretung im Landkreis keinen Sinn. Derweil, so Vogelfänger, bitte sogar das Sozialministerium per Rundschreiben um die Gründung entsprechender Vertretungen.

Pastetten könnte nun also der dritte Seniorenbeirat im Kreis Erding werden. Die Zielgruppe jedenfalls sei von dieser Idee angetan, berichtete Vogelfänger. Zum Seniorennachmittag im November hatte sie Heinz Schreiner, Vorsitzender des Taufkirchener Seniorenbeirats, und Rudi Püchner vom Beirat in Forstern eingeladen, damit sie von ihren Erfahrungen berichten. „Das kam gut an. Das Stimmungsbild hat ergeben, dass eine große Mehrheit für die Gründung einer Seniorenvertretung wäre“, berichtete Vogelfänger.

Nach ihren Worten soll diese ein parteipolitisch, konfessionell und verbandlich unabhängiges, ehrenamtliches Gremium sein. Der Beirat soll die gesellschafliche Teilhabe Älterer stärken und sichern sowie ihre Bedürfnisse, Probleme und Wünsche in politische Gremien transportieren. Sie sind auch für das Vernetzen der Versorgung der Senioren vor Ort zuständig und werden in Prozesse und Entscheidungen der Kommune eingebunden.

Ein erster Schritt ist die Satzung. Deren Entwurf, der an die Satzung von Nachbar Forstern angelehnt ist, hatte sich Alois Zollner (CSU) genau angeschaut und festgestellt, dass demnach der Beirat „die einzige Organisation der Gemeinde wäre, der ein Rederecht eingeräumt wird. Die Gemeinde hat dann keine Möglichkeit, das zu beeinflussen“. Die Befürchtung: Der Beirat könne dieses Recht ausnutzen, um bei allen möglichen Themen mitzureden.

Kerschbaum berichtete, dass „üblicherweise der Chef des Beirats mit dem Bürgermeister bespricht, was er in der Sitzung ansprechen möchte. Aber er redet nicht einfach zu jedem Thema“. Das bestätigte auch Vogelfänger: „Der Seniorenbeirat kann nicht zu jedem Tagesordnungspunkt Rederecht fordern, sondern nur zu Seniorenthemen – und das wollen wir ja auch.“ Zollner hieß diese Vorgehensweise gut, merkte aber an, dass dies so nicht formuliert sei. Mehrere Gemeinderäte schlugen vor, in die Satzung aufzunehmen, dass der Beirat nur für die Belange der Senioren redeberechtigt sei. Dem stimmte das Gremium geschlossen zu, genauso wie dem Budget von 5000 Euro, das in den Haushalt eingestellt wird.

Kerschbaum freute sich: „Ich finde einen Seniorenbeirat sehr gut, weil er die Interessen der Senioren ans Tageslicht bringt. Denn es ist außerordentlich schwer, herauszufinden, was sie eigentlich wollen.“ Der Beirat soll beim nächsten Seniorennachmittag im Januar im Pfarrheim gewählt werden.

Rubriklistenbild: © dpa / Federico Gambarini

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