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Rettung in letzter Sekunde

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Von: Henry Dinger

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Ein Bild von den Schafen, die sie gerettet hat, zeigt Elisabeth Gaigl. Die Tiere haben nun eine neue Heimat gefunden.
Ein Bild von den Schafen, die sie gerettet hat, zeigt Elisabeth Gaigl. Die Tiere haben nun eine neue Heimat gefunden. © Henry Dinger

Die Pastettenerin Elisabeth Gaigl (11) hat zwei Schafe vor dem Schlachter bewahrt - eine Rettung in letzter Sekunde.

Pastetten – Elisabeth Gaigl mag die Natur und vor allem Tiere. Die Elfjährige reitet gern und kümmert sich auf einem Pferdehof in der Nähe ihres Elternhauses in Pastetten mit um die Tiere. Dort ist ihr besonders ein Fohlen ans Herz gewachsen, dessen Mama verstorben ist. Liebevoll hat Elisabeth mitgeholfen, den kleinen Hengst mit der Flasche aufzuziehen. Dass sie alle Tiere liebt, zeigt ein spannendes Erlebnis vor ein paar Wochen.

Eines Tages war Elisabeth auf dem Hof, als ihr zwei Schafe auffielen. Schnell hat sie die beiden Schafdamen ins Herz geschlossen. „Ich habe das weiße Schaf Susi genannt und das schwarze Melanie“, erzählt das Mädchen und lacht. Hin und wieder hat sie den beiden Vierbeinern, die einem Verwandten der Hofbesitzerin gehört haben, Futter gebracht. Umso schlimmer war es für Elisabeth zu erfahren, dass die beiden Dorper-Rasseschafe geschlachtet werden sollten.

Für die tierliebe Schülerin war das eine Katastrophe. „Das wollte ich auf gar keinen Fall“, erzählt sie. Zum Glück konnte sie mit dem Besitzer, der die Tiere aus Zeitgründen nicht mehr selbst halten konnte, verhandeln: Wenn sie jemanden findet, so war die Abmachung, der die Tiere aufnimmt und artgerecht hält, dürfen sie weiterleben.

Doch das war selbst auf dem Land leichter gesagt als getan. Außerdem lief Elisabeth die Zeit davon, denn der Schlachter war schon für ein paar Tage später bestellt. Die clevere Schülerin zog also alle Register und begann, ihre Freunde zu fragen und bei ihren Bekannten herumzutelefonieren. Nachdem sie die Bitte um Hilfe schließlich in eine WhatsApp-Gruppe gestellt hatte, kam schon nach ein paar Minuten die erlösende Antwort. Ein Landwirt, der seinen Hof zwischen Harthofen und Hörlkofen hat, erklärte sich bereit, die Tiere aufzunehmen. Es war buchstäblich Rettung in letzter Sekunde: „Der Metzger kam schon, um die beiden abzuholen. Er wurde dann wieder weggeschickt“, berichtet Elisabeth immer noch ganz aufgeregt.

Dass sie umziehen sollen, haben die Schafdamen allerdings nicht sofort verstanden. „Sie wollten nicht in den Anhänger einsteigen und sind lieber ausgebüxt“, erzählt die junge Pastettenerin von dem Tag, als Susi und Melanie in ihr neues Zuhause gebracht werden sollten. Mit der Unterstützung eines zufällig vorbeikommenden Radlers konnten die Tiere wieder eingefangen und davon überzeugt werden, in den Anhänger klettern.

Nun sind die beiden in bester Gesellschaft und haben in einer Gruppe von Kamerunschafen neue Kameraden gefunden. Oft sieht Elisabeth Susi und Melanie auf der Weide stehen, denn der Schulbus nach Erding in die Mädchenrealschule Heilig Blut fährt – an deren neuem Domizil vorbei.

Ob die Elfjährige später einen Beruf mit Tieren ergreifen wird? Das weiß sie noch nicht so genau. Denn in der Schule mag sie neben Geografie auch den Kunstunterricht sehr. Ihre zweite große Leidenschaft neben der Natur ist das Malen – vor allem Acryl- und Aquarellbilder.

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