Auf diesem Gemeinde-Grundstück zwischen Schul- und Harthofener Straße sollen Mietwohnungen entstehen.
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Auf diesem Gemeinde-Grundstück zwischen Schul- und Harthofener Straße sollen Mietwohnungen entstehen. Ob die Gemeinde selbst baut oder das Vorhaben komplett in fremde Hände legt, wurde noch nicht entschieden.

Pastetten will kommunalen Wohnbau voranbringen – Mehrere Varianten sind denkbar

Selber bauen oder auf Partner setzen?

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Pastetten will den kommunalen Wohnungsbau voranbringen. Selber bauen oder auf einen Partner setzen - diese Entscheidung steht noch an.

Pastetten – Der kommunale Wohnungsbau in Pastetten soll vorangebracht werden. „Das Thema wurde in der Vergangenheit bereits angestoßen“, sagte Peter Deischl (FWE) in der Gemeinderatsitzung. Der Bürgermeister wollte vom Gremium eine Entscheidung, ob dieses Vorhaben weiterverfolgt werden solle.

Konkret geht es um ein rund 3200 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Schul- und Harthofener Straße, das der Gemeinde gehört. „Der kommunale Wohnungsbau würde mit 30 Prozent bezuschusst“, erklärte Deischl. In der Förderung wären auch die Abbruchkosten für den Altbestand dabei, außerdem kämen 60 Prozent der Planungskosten aus Fördertöpfen. Der „ganz große Vorteil“, so der Bürgermeister, sei aber, „dass wir das selbst planen und umsetzen“. Man sei nicht nur Bauherr, sondern könne auch entscheiden, an wen vermietet wird.

Der Bau soll behindertengerecht werden

Der Bau soll behindertengerecht angelegt werden. Neben einer Tiefgarage sind auch Außenstellplätze vorstellbar, um Kosten zu sparen. Das Vorhaben würde zum Zukunftsplan „Älterwerden auf dem Lande“ gehören, da aufgrund der behindertengerechten Bauweise ältere Leute einziehen können. Wohnraum für Betreuungspersonal könnte ebenfalls vorgesehen werden.

Wie Deischl erklärte, könne man eine langfristige Finanzierung planen, tilgungsfrei für die ersten zwei Jahre. Zudem gebe es von der Regierung von Oberbayern ein zinsverbilligtes Darlehen: „Damit ist es finanziell stemmbar“, fasste Deischl zusammen.

Für die Hausmeisterdienste und die Abwicklung der Mietverträge könne man sich eine Hausverwaltung suchen. „Wir sollten das voranbringen“, so der Ortschef, „ich stehe sehr dahinter“. Eine Arbeitsgruppe könnte mit den Architekten zusammenarbeiten, „Beschlüsse wird aber ausschließlich der Gemeinderat fassen“.

Genossenschaftlicher Wohnungsbau als Alternative?

Alice Lorenz (Grüne) wollte wissen, ob auch über genossenschaftlichen Wohnungsbau nachgedacht worden sei. In Forstern etwa gebe es Kontakt zur Genossenschaft Maro. Die Gemeinde hätte dann nicht die Belastung, sich um den Bau kümmern zu müssen, und man könnte das Grundstück auch in Erbpacht vergeben, führte Lorenz an. Und auch die Genossenschaft hätte in den Statuten stehen, dass einheimische Mieter bevorzugt werden müssen. „Dann hätten wir auch für unsere Bürger etwas geschaffen“, meinte Lorenz und erklärte, sie werde nur zustimmen, wenn zunächst weitere Modelle überdacht und vorgestellt würden.

„Mir wäre es wichtig, das in Eigenregie zu errichten“, sagte Deischl, dann bliebe auch der Wertzuwachs in der Gemeinde. Die Baumaßnahme sei sicher sehr intensiv, aber im Februar käme ein neuer Mitarbeiter ins Bauamt, der sich darum kümmern könne. „Wenn der Bauherr die Genossenschaft ist, würden wir die Zuschüsse verschenken“, warf Andreas Winner (FWE), ein. Auch Roswitha Bayer-Siegling (FWE) würde das Bauen in Eigenregie bevorzugen, da sie ungern Grundstücke aus der Hand geben würde, um den Wertgewinn in der Gemeinde zu halten.

Planungsverband wird ins Boot geholt

„Wichtig ist zu wissen, ob wir überhaupt weitermachen sollen“, sagt Deischl. Man könne sich dann über den Jahreswechsel mit dem Planungsverband in Verbindung setzen, um sich die weiteren Schritte erklären zu lassen. Außerdem werde der kommunale Wohnungsbau nur noch bis 2025 gefördert.

Alois Huber (WRH) gab zu bedenken, dass die Gemeinde in jüngster Zeit schlechte Erfahrungen mit einem schnellen Einstieg in Bauprojekte gemacht habe. Ihn interessiere, welche Auflagen mit den Fördergeldern verbunden wären. Außerdem wäre es gut zu wissen, ob es Alternativen gibt, fand Huber.

Er wäre dafür, das Projekt, verbunden mit Auflagen, in Erbpacht an einen Bauträger zu vergeben. „Wir würden das als Gemeinde ganz bestimmt stemmen“, erklärte Huber, „aber es gibt andere, die das professioneller können“. Und er würde sich zu diesem Thema auch gerne mit anderen Kommunen über deren Erfahrungen austauschen.

Nach einer längeren Diskussion stimmten die Räte letztlich bei einer Gegenstimme dafür, das Vorhaben voranzutreiben. Dafür soll als nächster Schritt der Planungsverband ins Boot geholt werden.

Henry Dinger

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