Cornelia Vogelfänger Die 63-Jährige ist seit2002 Bürgermeisterin von Pastetten.

Serie: Halbzeit zwischen den Kommunalwahlen 

Ab 2020 „herrscht Vorfahrt für die Familie“

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Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen.

Pastetten2014 waren die Kommunalwahlen – Zeit für eine Zwischenbilanz. Nach drei Jahren wollten wir von den amtierenden Bürgermeistern wissen, welche Projekte aus dem Wahlkampf bereits umgesetzt wurden, wo es noch hapert und wie die nächsten drei Jahre aussehen. Heute: Cornelia Vogelfänger (63), Bürgermeisterin von Pastetten:

-Rückblick auf Ihr Wahlprogramm: Was wurde bereits umgesetzt?

Cornelia Vogelfänger: Die Punkte aus dem Wahlprogramm der ganzen CSU-Liste konnten nur durch die Beschlüsse des kompletten Gemeinderats einschließlich meiner Person umgesetzt werden. Zu den wichtigsten Errungenschaften unter dem Stichwort „Erhalt der ländlichen Struktur“ zählt der neue Flächennutzungsplan, der mit großer Bürgerbeteiligung aufgestellt wurde. Es sind Wohngebiete ausgewiesen, die bei Bedarf umgesetzt werden, und es wird versucht, den Kindern von ortsansässigen Familien das Bauen zu ermöglichen. Wir haben ein EU-konformes Familien- und Sozialmodell erstellt sowie bereits Bauplätze danach vergeben. Im Gewerbegebiet wurde bei der Auswahl der Bewerber darauf geachtet, dass neue Arbeitsplätze entstehen und Lehrlinge ausgebildet werden können. Das Hochwasserschutzkonzept ist mit Beteiligung der Bevölkerung entstanden, die Umsetzung erfolgt nach Ausschreibung eines Ingenieurbüros. Einige Straßen wurden ausgebaut und kleine Teilstrecken am Radwegenetz ergänzt. Es gibt wieder eine Ferienbetreuung für Grundschulkinder. Im Sinne einer nachhaltigen Finanzpolitik sind wir Ende des Jahres fast schuldenfrei.

-Was wurde noch nicht umgesetzt – und warum?

Vogelfänger:Beim Radwegbau Richtung Markt Schwaben ist von unserer Seite alles vorbereitet, aber wir müssen auf das Straßenbauamt warten. Ich möchte einen neuen Versuch starten, den durchgehenden Bau gemeinsam mit den anderen Kommunen zu ermöglichen. Für Jugendliche fehlen noch Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten. Es existieren Hart- und Bolzplatz, aber für andere Freizeitsportarten fehlt uns der Platz. Defizite bestehen meiner Meinung nach auch im Seniorenbereich. Vor lauter Beschäftigung mit Baugebieten, Hochwasserschutz und Feuerwehr ist dies hinten runtergefallen. Das wird sich in der nächsten Zeit wieder ändern. Die Transparenz in manchen Gemeinderatsentscheidungen ließ zu wünschen übrig. Durch das Bürgerbegehren zum Feuerwehrhaus ist das verstärkt ins Bewusstsein gerückt. Wenn man die Bürger bei Entscheidungen früh ins Boot holt, wie bei anderen Planungen geschehen, werden die Entscheidungen auch mitgetragen. Wenn allerdings, wie beim Thema Feuerwehrhaus, alles nichtöffentlich stattfindet, muss man mit Reaktionen rechnen. Unsere Bürger haben viele Kenntnisse und viele Erfahrungen, warum soll man sich da nicht unterstützen lassen.

-Wie ist Ihr Verhältnis zu Ihrem Gemeinderat?

Vogelfänger:Themenbezogen ist das Verhältnis zu Teilen des Gemeinderats sehr durchwachsen – mal besser, mal schlechter.

-Was war in den vergangenen drei Jahren als Bürgermeisterin Ihr schönstes Erlebnis?

Vogelfänger:Auf der sachlichen Ebene war es toll, als die Ortsdurchfahrt nach langer Bauzeit und sehr vielen Beeinträchtigungen endlich fertiggestellt war – und dann auch noch richtig gut geworden ist. Auf emotionaler Ebene war es einfach nur schön, wie einige unserer Vereine eine riesengroße Hilfsaktion für eine Pastettener Familie starteten, die Initiative „Pastetten hilft“ gründeten und ganz viele Menschen sie dabei unterstützten. Es ist wirklich schön, in so einer Gemeinschaft zu leben.

-Welches Erlebnis war besonders ernüchternd?

Vogelfänger:Direkt die konstituierende Sitzung.

-Gibt es etwas, das Sie in den nächsten drei Jahren anders machen wollen?

Vogelfänger: Ich möchte versuchen, mit weniger Sitzungen auszukommen, durch noch bessere Vorbereitung die Sitzungszeiten zu verkürzen und die Entscheidungsfindung zu erhöhen. Wenn die Gemeinderäte allerdings dabei nicht mithelfen, wird mein Vorsatz nichts nutzen.

-Vorausschau auf 2020: Machen Sie’s noch einmal?

Vogelfänger:18 Jahre sind genug, und da mein Ehemann schon seit einigen Jahren Rentner ist, hoffe ich, dass wir ab Mai 2020 noch genug Zeit miteinander verbringen können. Ab dann herrscht Vorfahrt für die Familie.  vam

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