Vielen Stunden hat die Hunde-Truppe ehrenamtlich investiert, um ein verwildertes Grundstück in einen Trainingsplatz umzugestalten.
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Vielen Stunden hat die Hunde-Truppe ehrenamtlich investiert, um ein verwildertes Grundstück in einen Trainingsplatz umzugestalten. Das Areal selbst wird kostenlos von einem Feuerwehr-Kameraden zur Verfügung gestellt. Unser Bild entstand im Juli 2020.

Probezeit für Pastettener Rettungshundestaffel endet – Gemeinderat beschließt Eingliederung

Spürnasen jetzt offiziell bei der Feuerwehr

  • Henry Dinger
    vonHenry Dinger
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Seit einem Jahr lief die Rettungshundestaffel der Feuerwehr Pastetten im Probebetrieb, nun werden die vierbeinigen Retter und ihre Führer offiziell unter Regie der Feuerwehr laufen. Das hat der Gemeinderat mit 10:5 Stimmen entschieden.

Pastetten – Die Staffel ist nun als sogenannte Facheinheit Rettungshunde/Ortungstechnik, kurz RHOT, der Wehr angegliedert. Damit ist die Pastettener eine von fünf Wehren bayernweit mit eigener Hundestaffel. Kommandant Peter Lex fasste den Antrag für die Räte noch einmal zusammen. Für ihn war es wichtig, die Staffel nun mit dem Segen des Gemeinderats in die Feuerwehr aufzunehmen, damit auch dem Landesfeuerwehrverband und der Kreisbrandinspektion Erding signalisiert werden könne, dass man es ernst meine. Die beiden Institutionen begrüßten und unterstützten die Pläne.

„Erste Vorbereitungen und Abstimmungen zur Alarmierung sind getroffen und können umgesetzt werden, sobald die Rettungshundestaffel einsatzbereit ist“, hatte der Kommandant bereits im Dezember an Gemeinde und Gemeinderat geschrieben.

Lex führte jetzt noch einmal aus, dass im Probejahr die Staffel von zwei auf acht Hundeführer gewachsen ist – weitere Bewerber konnten aufgrund der Pandemie noch nicht ins Training aufgenommen werden. Corona ist allerdings auch der Grund, dass mit bislang 1100 Trainingsstunden das angepeilte Pensum noch nicht erreicht werden konnte.

Rettungshundestaffel der Feuerwehr Pastetten

Zahlreiche Helfer haben ein kostenfrei zur Verfügung gestelltes Privatgrundstück in einen Übungsplatz verwandelt. Vor allem aber machte Lex deutlich, dass Materialien, Maschinen und Geräte im Wert von mehreren tausend Euro kostenlos zur Verfügung gestellt, in Eigenleistung gefertigt oder über Spenden finanziert würden. Da die Hundeführer ehrenamtlich arbeiten und auf Verdienstausfall verzichten, entstünden der Gemeinde keine weiteren Kosten.

Dass die Staffel im Ort nicht nur Befürworter hat, wurde im vorigen Frühjahr deutlich. Da wurden Gerüchte laut, dass die Ausbildung der Hunde 70 000 Euro kosten würde oder dass die Feuerwehr beim Landkreis 20 000 Euro als Zuschuss beantragt hätte. Lex hatte sich bereits im Mai 2020 mit einem Schreiben an Bürgermeister und Gemeinderäte gewandt, um diese Gerüchte zu dementieren.

Auch am Dienstag wurde über den Antrag diskutiert. Horst Ippisch (FWE) wollte wissen, wie viele Einsätze es im Einzugsgebiet überhaupt gebe und wie die Prioritäten für die Alarmierung gesetzt würden. Immerhin würden die Kosten ja aus dem Feuerwehrbudget gedeckt, das die Gemeinde finanziert. Der Kommandant erwiderte, dass die befreundeten Staffeln der Wehren Aschheim und Hochbrück pro Jahr etwa 120 Einsätze hätten. Außerdem sei die Pastettener Staffel in den drei Landkreisen Erding, Ebersberg und Freising die einzige Staffel, die es derzeit gibt – die Polizei habe keine, und die des BRK Erding löse sich gerade auf. Hinsichtlich des Budgets schlage er vor, 500 Euro anzusetzen, damit seien die Kosten dann eindeutig gedeckelt.

Staffel darf die Gemeinde maximal 500 Euro im Jahr kosten

Alois Zollner (CSU) merkte an, dass die Hundestaffel keine Pflichtaufgabe der Feuerwehr Pastetten sei. Er wolle sich bei den Spendern und den Hundeführern bedanken, die ehrenamtlich arbeiten. „Ich warne den Gemeinderat ganz ausdrücklich davor, freiwillige Leistungen und Vereinsengagement ständig zu hinterfragen und infrage zustellen“, merkte er an. Es sei von Anfang an klar gewesen, dass die Kosten nicht von der Gemeinde, sondern von den Ehrenamtlichen und Spendern getragen werden.

Für Ippisch „geht es nicht um die Kosten“, sondern um den Bedarf. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen gebe es zwei Staffeln, die Feuerwehren angegliedert sind, in Bayern fünf, davon zwei in unmittelbarer Nähe. Er würde den Testbetrieb verlängern, bis bei den Hunden eine „gewisse Grundtüchtigkeit“ hergestellt ist und man die Situation „sachgerecht“ beurteilen könne, vor allem auch ohne Corona-Einschränkungen.

Alice Lorenz (Grüne) befürchtete, dass durch die Aufnahme weiterer Hundeführer als Aktive der Wehr mehr Kosten entstehen – etwa durch zusätzliche Piepser, Spinde oder Uniformen. Lex erklärte, dass die Hundeführer zwar Aktive seien, aber separat geführt würden.

Bevor es zur Abstimmung kam, regte Bürgermeister Peter Deischl (FWE) an, in den Beschluss aufzunehmen, dass die Staffel für die Gemeinde pro Jahr nicht mehr als 500 Euro kosten darf.

hd

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