Über Wohnungsbau, Schule und natürlich die Feuerwehr sprach Pastettens Bürgermeister Peter Deischl (r.) bei der Bürgerversammlung.
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Über Wohnungsbau, Schule und natürlich die Feuerwehr sprach Pastettens Bürgermeister Peter Deischl (r.) bei der Bürgerversammlung.

In Pastetten kochen Emotionen hoch – Schule bald zu klein

Bürgerversammlung: Thema Feuerwehr erhitzt die Gemüter

  • Henry Dinger
    VonHenry Dinger
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Einen Blick auf die Schülerzahlen muss Pastetten haben. Bürgermeister Deischl sprach in der Bürgerversammlung eine Erweiterung an. Das heiße Thema des Abends war aber das Feuerwehrhaus.

Pastetten - Die Bürgerversammlung in Pastetten war heuer ein Light-Event: Während sich noch 2019 die Zuhörer im rappelvollen Wirtssaal drängten, gab es dieses Mal nur etwa 90 Plätze in der Schulturnhalle.

Bürgermeister Peter Deischl verschaffte einen kurzen Überblick über den Haushalt. Stolz gab er bekannt, dass die Gemeinde derzeit schuldenfrei sei. Zu den größeren Posten, die 2021 noch auf der Ausgaben-Seite stehen, gehören auch 200 000 Euro für den Hochwasserschutz. Das sei eine der drängendsten Aufgaben. Haarscharf schrammte kürzlich Reithofen an einer Überschwemmung vorbei.

Zu den weiteren Vorhaben gehöre für ihn der Kommunale Wohnungsbau, sagte Deischl. „Ich würde mich freuen, wenn wir da in Schwung kämen.“ Der Bürgermeister betonte, dass er gern Betreutes Wohnen oder eine Tagespflege dabei hätte.

Im Blick behalten müsse man auch die Erweiterung der Schule, die heuer bereits drei erste Klassen hat. 169 Schülerinnen und Schüler besuchen die Einrichtung, bereits für 2024/25 werden 222 prognostiziert. Die neue OGTS, die im September an den Start ging, sei mit 85 Schülern bereits jetzt voll belegt.

Ein heißes Thema war das seit Jahren schwelende Feuerwehrhaus-Problem. FWE-Gemeinderat Horst Ippisch hatte beantragt, dass Deischl über die Arbeit der Projektgruppe Feuerwehrhaus berichtet und zur unterstellten Rechtswidrigkeit des Gemeinderatsbeschlusses zum gemeinsamen Haus Stellung nimmt. Deischl teilte mit, dass sich die Gruppe bereits dreimal getroffen hätte, ein viertes Mal stehe bevor. Derzeit würde ein Fragenkatalog ausgearbeitet. Außerdem solle der Feuerwehrbedarfsplan fortgeführt werden. Planer Peter Haberecht prüfe derzeit drei Varianten: ein Doppelhaus auf dem Sportplatz für geschätzte sieben Millionen Euro, eine Sanierung des Bestandhauses für zirka 880 000 Euro und ein kostenoptimiertes Einzelhaus für vier Millionen Euro. Die Ergebnisse sollen demnächst auf die Gemeindewebsite gestellt werden.

Bezüglich der Rechtswidrigkeit zitierte Peter Deischl ein Schreiben des Landratsamtes. Das besagt, dass er den aus seiner Sicht wegen der Missachtung der Hilfsfrist rechtswidrigen Beschluss aussetzen kann und der Rechtsaufsicht vorlegen muss. Allerdings dürfe der Beschluss ohnehin nicht mehr vollzogen werden, da das Bürgerbegehren für den Erhalt des Sportplatzes (wir berichteten) zugelassen wurde. Über das weitere Vorgehen werde danach entschieden. Deischl meinte, er hätte den Beschluss im Gemeinderat noch einmal behandelt, aber man müsse erst das Begehren nun abwarten.

Für Ippisch reichte das nicht: „Das ist aus meiner Sicht eine Ausrede“. Leo Rehmann monierte, dass der Entwurf des Hauses bewusst zu groß dimensioniert sei. Ippisch bemängelte, dass in die Kosten fürs Doppelhaus auch der Umbau des Sportplatzes mit einfließt. „Da werden Kulissen geschoben, um Angst davor zu machen, wieviel Platz zugebaut wird“. Von einem Zuhörer kam der Hinweis, dass das gezeigte Haus „eins zu eins vom Gemeinderat beschlossen wurde“.

Die ohnehin aufgeheizte Diskussion drohte aus dem Ruder zu laufen, als Markus Stanner ein „Plädoyer fürs Ehrenamt“ halten wollte und dabei im Eifer des Gefechts auch zu persönlichen Angriffen überging. Nach dem Protest der Betroffenen entschuldigte er sich und beendete seine Rede mit dem Wunsch, „nicht über, sondern mit den Feuerwehren zu reden“.

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