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Im Kreis der Besten: Amanda Ditterich war im Bundesfinale der Pharmazeutisch-technischen Assistenten.

PTA Amanda Ditterich

Weiterbildung ist ihr Hobby

Amanda Ditterich aus Pastetten macht ihren Job in einer Erdinger Apotheke mit viel Herzblut. Doch nicht nur das: Die 24-Jährige ist eine der besten Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen Deutschlands.

Pastetten Fragt man Mittzwanziger nach ihrer Freizeitgestaltung, kommen meistens Antworten wie „Kino“, „Disco“ oder „na, halt Fortgehen am Wochenende“. Bei Amanda Ditterich sieht das ein bisschen anders aus. „Ich treibe gern Sport – und ich lese Fachzeitschriften“, erzählt sie lachend. „Ich will mich doch weiterbilden.“

Dass dieser Fleiß Früchte trägt, hat sich erst kürzlich gezeigt: Ditterich kam beim bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerb „PTA des Jahres“ im September unter die zehn Finalistinnen. „Beworben hatten sich 370 Teilnehmer aus ganz Deutschland. In diesem Jahr war das eine Rekordzahl“, erzählt sie. Der Wettbewerb wird jährlich von Pharma Privat, der Kooperation inhabergeführter Pharmagroßhändler, veranstaltet. Bewerben kann sich jeder, der eine abgeschlossene Ausbildung zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten – kurz PTA – hat.

„Ich habe mich dort im Mai 2017 spontan beworben. Das ging ganz leicht per WhatsApp, ich musste nur eine Reihe von Fragen beantworten“, erinnert sich die 24-Jährige. Dabei sollte sie auch ihre Einstellung zu ihrem Beruf darlegen. Das fiel ihr leicht. „Ich liebe meinen Beruf“, fasst sie mit einer Überzeugung zusammen, die wohl auch die Jury bei der Vorauswahl beeindruckt hat. Jedenfalls wurde sie zur Finalrunde auf die Fachmesse „ExpoPharm“ in Düsseldorf eingeladen.

Für ihre Arbeit bringt die sympathische junge Frau jede Menge Wissen mit. Nach der Hauptschule absolvierte die damals 15-Jährige eine Ausbildung als Floristin und sattelte die Mittlere Reife obendrauf. „PTA konnte ich nur mit Mittlerer Reife werden“, begründet Ditterich. Nach insgesamt drei Jahren mit Berufsschule und Praktika in Erdinger Apotheken hatte Amanda das Zeugnis in der Tasche. „Danach habe ich 2016 die Prüfung zur Fach-PTA für Allgemeinpharmazie abgelegt und 2017 zur Fach-PTA für Ernährungsberatung.“

Der Durst nach Wissen über gesunde Ernährung nimmt ohnehin einen großen Raum bei Ditterichs Interessen ein. Sie besucht regelmäßig Fortbildungen, liest viel über Mikronährstoffe und Darmgesundheit. „Man kann mit der richtigen Ernährung so viel Gutes für seinen Körper tun und auch Krankheiten bekämpfen“, sagt die 24-Jährige, „viele Leute wissen das gar nicht“. Sie versuche bei ihrer Arbeit in der Erdinger Rivera-Apotheke so viel wie möglich an ihre Kunden weiterzugeben und sie dabei gut zu beraten. „Ich freue mich, wenn ich weiterhelfen konnte. Das Schönste für mich ist, wenn sich Leute bedanken, weil meine Ratschläge geholfen haben.“

Am 1. Juli kamen die Unterlagen fürs PTA-des-Jahres-Finale. „Flug und Hotel wurden vom Veranstalter übernommen, es gab außerdem ein Polo-Shirt mit ,Finalistin’-Schriftzug, das ich tragen sollte“. Dann ging es ums Ganze. Auf dem Plan stand ein Wissenstest mit 20 Fragen zum Apothekenalltag und Allgemeinwissen, zudem wurde ein Beratungsgespräch mit Kunden durchgespielt. Danach ging es für die fünf besten Teilnehmer in die Endrunde. Amanda landete auf Platz sechs, das reichte nicht ganz. „Ich hatte aber immerhin 80 Prozent der erforderlichen Punkte, es war also knapp. Ich war schon ein bisschen enttäuscht. Aber mein Freund Florian hat gemeint, ich soll stolz sein, dass ich so weit gekommen bin. Und da hat er natürlich recht.“

Für die Zukunft hat Amanda eine Menge vor, nicht nur als PTA. Im Landkreis Erding hat sich die 24-Jährige bereits einen Namen als Kinderyoga-Lehrerin gemacht. „Das will ich noch vertiefen und die Kurse nach Erding ausweiten. Im November gibt es am Sonntagnachmittag im Fitnessstudio TrePila am Campus schon feste Termine für Yoga mit Kindern und Jugendlichen“.

Das passt gut zu Ditterichs weiteren Plänen, an Schulen und Kindergärten auch Vorträge zu gesunder Ernährung zu halten. „Es ist wichtig, schon bei den Kleinen auf gesunde Ernährung und Bewegung zu achten. Viele Kinder sitzen oft nur noch vor dem Tablet und stopfen Fast Food in sich rein.“

Sie selber kennt das aus ihrer Kindheit und Jugend nicht. „Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen, da waren wir immer draußen zum Spielen.“ Daher kommt wohl auch ihre Bodenständigkeit, denn aus dem Landkreis Erding möchte sie nicht wegziehen. „Ich hatte öfter Jobangebote von Apotheken, aber immer viel zu weit weg. Hier sind meine Wurzeln, hier bin ich glücklich und hier bleibe ich auch.“

Henry Dinger

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