1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Pastetten

Wie kommt der Saft aus dem Apfel?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Veronika Macht

Kommentare

Im Dörrapparat (vorne im Bild) lassen sich getrocknete Apfelringe herstellen. Katharina Braun zeigt, wie’s geht.
Im Dörrapparat (vorne im Bild) lassen sich getrocknete Apfelringe herstellen. Katharina Braun zeigt, wie’s geht. © Vroni Macht

Der Apfel stand bei den Pastettener Grundschülern im Mittelpunkt. Der Gartenbauverein Buch/Reithofen vermittelte Theorie und Praxis rund um das Kernobst.

Pastetten – Der Apfel ist das Lieblingsobst der Deutschen. Pro Jahr vertilgt jeder im Schnitt 17 Kilo davon – egal ob rot, grün oder gelb, ob süß oder sauer. In der Grundschule Pastetten nahmen die Kinder nun den Apfel ganz genau unter die Lupe.

Die Mitglieder des Gartenbauvereins Buch/Reithofen hatten den Heimat- und Sachunterricht der besonderen Art vorbereitet. Der Apfel steht bei den Zweitklässlern gerade im Lehrplan. Zudem will sich die Schule zusammen mit dem Verein im kommenden Jahr am landesweiten Kinder- und Jugend-Wettbewerb „Streuobst-Vielfalt – Beiß rein!“ beteiligen.

Deshalb standen die Streuobstwiese und deren Früchte im Vordergrund. Zu einer solchen Wiese, zu der von Manfred Kellner bei Kreiling (Gemeinde Forstern), hatten die dritten und vierten Klassen einen Ausflug unternommen. Die Erst- und Zweitklässler hingegen durften selbst Hand anlegen. In der alten Turnhalle stellten sie unter Beweis, dass sie sich mit dem knackigen Kernobst und dessen vielfältiger Verwendung bestens auskennen – von Kuchen, Kompott und Bratapfel bis zu Apfelringen, Saft und Salat.

Heute sei die Streuobstwiese vor allem ein Hobby, aber früher überlebenswichtig gewesen, berichtete Vereinschef Walter Hipper. Er erklärte, dass man vor allem im Winter, wenn kein Gemüse da war, auf Obst zurückgegriffen habe: „Spezielle Birnensorten wie den Großen Katzenkopf oder die Metzer Bratbirne hat man früher gebraten, wie Kartoffeln, zum Fleisch gegessen“, erklärte Hipper.

Außerdem wurde das Obst, von der Kirsche bis zur Zwetschge, gedörrt und so für den Winter haltbar gemacht. Wie das funktioniert, zeigte Katharina Braun den Kindern an einer von drei Stationen. Sie hatte getrocknete Apfelringe zum Probieren und einen Dörrapparat dabei. Auch im Backofen kann man Chips aus dünnen Apfelscheiben herstellen. „Manche legen sie auch auf den Kachelofen oder hängen die Ringe zum Trocknen an einer Schnur auf, aber das dauert natürlich sehr lange“, sagte Braun.

An der zweiten Station hatte Franz Kirchmaier seine kleine Obstpresse aufgebaut, „denn der Saft läuft ja nicht von den Bäumen runter, sondern muss gemacht werden“, sagte Hipper. Die Kinder warfen die geschnittenen Äpfel von der Streuobstwiese in den Muser, wo sie mit Muskelkraft gehäckselt wurden. Dabei half auch Franz Steutzger. Zum Einsatz kamen die Sorten Grahams Jubiläumsapfel, Ingrid-Marie, Danziger Kantapfel und Reglindis sowie Birnen der Sorte Alexander Lucas. In der Presse wurde aus den Obst-Stückchen wiederum von Hand der Saft gepresst. „So entsteht reiner, frischer Apfelsaft, kein mit Wasser verdünntes Getränk aus Konzentrat“, erklärte Hipper.

Normalerweise wird der Saft jetzt eingekocht, damit er haltbar wird. Wie das fertige Produkt schmeckt, konnten die Kinder bei Rita Rott, Rosa Stanner und Leni Kastl probieren. Sie hatten auch frischen Obstsalat mit Trauben und Himbeeren vorbereitet.

Der Gartenbauverein hat sich der Weitergabe von Wissen an den Nachwuchs verschrieben. So fand bereits im Rahmen einer Obstausstellung ein Malwettbewerb für Schüler statt. Die Jugendlichen hingegen für Obst- und Gartenbau zu begeistern, sei da schon schwieriger, weiß Hipper. „Die interessieren sich meist nicht so dafür. Das kommt dann erst wieder, wenn sie erwachsen sind und selbst einen Garten haben.“

Vroni Macht

Auch interessant

Kommentare