Eine prominente Unterstützerin ist Monika Gruber (2. v. l.) für das Anliegen der angehenden Erzieherinnen (v. l.) Stella Mesoraca, Amelie Arnold und Johanna Haberl. Foto: mot

Petition zur Erzieher-Ausbildung: Monika Gruber hilft

Erding - Zu viele Nachteile bringt die geplante Änderung der Erzieher-Ausbildung mit sich. Das finden junge Studierende, auch aus dem Landkreis Erding. Bis August läuft eine Gegner-Petition. Diese unterstützt auch Kabarettistin Monika Gruber.

Kürzungen in der Erzieher-Ausbildung - das wollen die Studierenden der Katholischen Fachakademie für Sozialpädagogik München nicht hinnehmen. In einer Petition an den Bayerischen Landtag sprechen sie sich gemeinsam gegen geplante Änderungen aus. Hinter diesem Anliegen stehen auch Johanna Haberl aus Buch am Buchrain, Amelie Arnold aus Altenerding und Stella Mesoraca aus Bockhorn. Sie sind angehende Erzieherinnen und haben früher die Erdinger Mädchenrealschule Heilig Blut besucht.

Als durch die Petition die Idee entstand, Prominente ins Boot zu holen, dachten die drei jungen Frauen sofort an Monika Gruber. Denn an ihrer ehemaligen Schule ist die in Erding ansässige Kabarettistin bereits Schirmherrin für das Projekt „Schule ohne Rassismus“.

Die Studentinnen schrieben Gruber an und weckten ihre Neugier. Beim Treffen in einem Erdinger Café sei die anfängliche Aufregung durch die witzige und offene Art der Schauspielerin schnell verflogen, berichtet Haberl. „Monika hat sich sehr für unser Anliegen interessiert und hörte sich alles genau an.“ Schnell war sie von der Petition überzeugt.

„Auch wenn ich selbst keine Kinder habe, sehe ich den Beruf der Erzieherin als sehr wichtig an“, sagte Gruber unserer Zeitung. „Deshalb unterstütze ich die Petition.“ Ihrer Meinung nach erhalte diese Tätigkeit schon jetzt nicht die Anerkennung, die sie verdiene. „Der Beruf gehört besser gestellt, nicht schlechter - und auch besser bezahlt“, findet die Kabarettistin.

Prompt bot sie den drei Studentinnen ihre Hilfe an. Sie schlug vor, im Juni gemeinsam zum BR-Mittagsstammtisch zu fahren. Dort ist Gruber eingeladen, und sie würde in diesem Rahmen gerne die Änderung der Erzieher-Ausbildung ansprechen. „Wir waren total begeistert von dieser Idee und ihrer Unterstützung“, erzählt Haberl. „Wir waren bereits Anfang April wegen diesem Thema beim BR. Aber ein Interview mit Monika Gruber wäre natürlich noch etwas viel Größeres.“

Die Erzieher-Ausbildung an der Fachakademie umfasst bisher drei Jahre und baut auf einer zweijährigen beruflichen Erstausbildung auf. Letzteres erfolgt in der Regel im Sozialpädagogischen Seminar mit dem Abschluss zum staatlich geprüften Kinderpfleger. „Das Bayerische Kultusministerium plant jetzt einen Schulversuch, bei dem eine veränderte Form der Erzieherinnen-Ausbildung erprobt werden soll“, erklärt Simone Schimpl, Mitglied der Schülermitverantwortung (SMV) der Fachakademie.

Schon seit längerem werde eine duale Ausbildung diskutiert - vergleichbar mit dem Handwerk oder kaufmännischen Berufen. Der Vorschlag des Kultusministeriums bezieht sich auf einen vierjährigen Ausbildungsverlauf mit einer Verkürzung des Sozialpädagogischen Seminars auf ein Jahr. Auf das einjährige Berufspraktikum würde verzichtet werden.

Bisher erhalten die angehenden Erzieher durch breit gefächertes Wissensspektrum und vielfältige Praxiserfahrung eine Breitbandausbildung, sagt Schimpl. Diese ermögliche es den jungen Menschen, in den verschiedensten Handlungsfeldern zu arbeiten - Heim- und Jugendarbeit, Kinder- und Jugendpsychiatrie oder in heilpädagogischen Tagesstätten.

„Durch die geplante Bindung an nur einen Träger über die gesamte Ausbildungsdauer von vier Jahren entfällt dieser Charakter der Breitbandausbildung“, sagt Schimpl. „Die Möglichkeit, im Verlauf des Berufslebens Arbeitsfelder und Zielgruppen zu wechseln, geht verloren.“ Dies bedeute eine große Einengung der beruflichen Möglichkeiten. Kompetenzen als pädagogische Fachkraft im Umgang mit allen Altersgruppen seien nicht im Schnellverfahren zu erlangen.

Die Petition „Erhaltet die Qualität der Erzieherinnen-Ausbildung in Bayern“ ist auf www.openpetition.de zu finden und läuft noch bis 25. August. Bisher haben über 13 000 Personen unterschrieben, notwendig sind 36 000 Befürworter.

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