Pfarrer und Löwenfan : Pater Sebastian Raß. Foto: fkn

Pfarrei-Reform: Kritik an Schreibtisch-Planspielen

Wörth - Im Dekanat Erding soll es künftig keine einzige Einzelpfarrei mehr geben, dafür aber zehn Pfarreigemeinschaften. Das sieht die Pfarrei-Reform in der Erzdiözese München-Freising vor. Viele Gläubige, aber auch betroffene Priester, üben an dergeplanten Reform Kritik.

Wörths Pfarrer, Pater Sebastian Raß, ist einer der Geistlichen, die für die Reform in der geplanten Form kein Verständnis haben. Er vertritt die Meinung von Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung, die nicht verstehen wollen, dass der Pfarrsitz nach Walpertskirchen verlegt wird. Im Gegensatz zu Walpertskirchen sei in Wörth eine Infrastruktur mit Pfarrhof und Pfarrheim sowie zentraler Schule vorhanden, argumentiert der Salesianer-Pater. Er schließt sich den Forderungen an, dass Wörth zusammen mit Ottenhofen einen Pfarrverband bilden solle. Der vom Ordinariat vorgesehene Pfarrverband Neuching/Ottenhofen ist Raß’ Meinung nach „zu klein und ein künstliches Gebilde“.

Bei der für heute Abend angesetzten Vollversammlung des Kreiskatholikenrates mit Domkapitular Klaus-Peter Franzl in Erding erwartet Raß Proteste. Denn schließlich seien ja auch andere geplante Pfarrverbände am Schreibtisch entstanden, ohne die Betroffenen vorher zu hören.

Die Neuordnung schafft wohl vor allem Probleme auf dem Land. Denn in eine Nachbargemeinde zum Gottesdienst zu gehen, ist für manche Leute undenkbar, die mit ihrer Ortskirche verwurzelt sind. Pater Raß hat daher an Erzbischof Reinhard Marx appelliert, die Meinung der Pfarrgemeinderäte ernst zu nehmen und ihnen Gehör zu geben. Manche Gläubige befürchteten, dass „die da oben eh tun, was sie wollen.“ (ar)

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