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Pilotprojekt der Bahn kommt gut an

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Attraktiv und kundenorientiert ist das Dorfener DB-Reisezentrum: Wolfgang Jakob (l.), Leiter Verkaufsbezirk Südbayern der Deutschen Bahn und Josef Aigner (r.), der im Reisezentrum der Spezialist für Bahnfahrkarten ist. © Renner

Dorfen Mehr als 2500 Bahn-Pendler machen sich täglich von Dorfen aus auf den Weg zu ihrer Arbeitsstätte – vorwiegend nach München. Seit Oktober können sie im DB-Reisezentrum im Bahnhof Reisebedarf, Zeitschriften und Zeitungen kaufen. Dorfen ist ein Pilotprojekt der Bahn. Und die erste Bilanz sieht gut aus.

100.000 Euro hat die Bahn in den Umbau und die Neugestaltung des früheren Schalterraumes gesteckt. Im Reisezentrum gibt es nicht nur Fahrkarten für In- und Ausland, die Kunden könnten hier auch Platz- und Hotelreservierungen vornehmen sowie Reisebedarf, Zeitungen und Zeitschriften kaufen. Es gibt Kaffee, frische Backwaren und Snacks. Seit Oktober vergangenen Jahres läuft das Projekt. Und das erfolgreich, wie Wolfgang Jakob, Leiter Verkaufsbezirk Südbayern der Deutschen Bahn, jetzt bei einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich machte.

Zwischen 75 und 80 Kunden täglich nutzen das Angebot. Umsatzstärkste Produkte sind Kaffee und Tabakwaren. Alleine der frisch zubereitete Kaffee macht ein Drittel des Verkaufs aus. Frische Backwaren sind immerhin mit 15 Prozent und Zeitungen/Zeitschriften mit 14 Prozent Bestandteil des Gesamtumsatzes. Die umsatzstärkste Zeit ist zwischen sieben und neun Uhr. 77 Prozent des Gesamtverkaufs wird in dieser Zeit abgewickelt. Damit die Kunden hier rasch bedient werden können, wurde für die Spitzenzeiten eine zusätzliche Verkäuferin eingestellt. Erst vergangene Woche berichtete Jakob bei einem DB-Führungstreffen in der Konzernzentrale in Frankfurt von der Situation des Reisezentrums in Dorfen. Und Jakob ist zuversichtlich, dass der Umsatz noch steigen wird. Das Reisezentrum im Dorfener Bahnhof, da ist sich der DB-Verkaufsleiter sicher, wird zum Vorreiter für andere Bahnhöfe.

Die Bahn will in Dorfen testen, wie hoch die Akzeptanz des Angebots bei den Kunden ist und und ob die Wirtschaftlichkeit gesteigert werden kann. Denn der klassische Fahrkartenverkauf ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück.  Immer mehr Reisende kaufen die Bahntickets online über das Internet. Die Bahn will dies durch den Verkauf anderen Waren kompensieren.

Doch es geht nicht nur um Verkaufszahlen. Für die Kunden bedeutet ein kleines Reisezentrum wie das in Dorfen auch eine deutliche Verbesserung des Service.  Denn der Kauf von Fahrkarten ist nicht teurer wie der über das Internet. Und der Kunde hat vor Ort eine individuelle Beratung, auch was Anschlusszüge oder die Buchung von Hotels am Reiseziel betrifft. Der Fahrkartenverkauf ist mit der Eröffnung des Reisezentrums auch angestiegen, was Jakob besonders freut. „Das ist ein sehr positiver Effekt.“ Den Fahrkartenverkauf in Dorfen hat Josef Aigner unter sich.  Er wurde 2008 von der Stadt sogar mit dem Dorfener Umweltpreis ausgezeichnet. Aigner ist dafür bekannt, die Kunden weit über das normale Maß hinaus zu beraten, die besten und kostengünstigsten Reiseverbindungen zu finden. Aigner, so begründete die Stadt die Preisverleihung, mache damit Lust aufs Bahnfahren.

Bislang öffnet das Reisezentrum morgens um sieben Uhr.  Doch viele Pendler sind bereits ab fünf Uhr unterwegs. Jakob hält es nicht für ausgeschlossen, dass die Öffnungszeiten deshalb auch angepasst werden. Dies hängt allerdings davon ab, wie sich das Geschäft weiter entwickelt. Ein Öffnung an Wochenende dagegen hält Jakob für ausgeschlossen. Da fehle einfach die Kundennachfrage. Das Reisezentrum lebe vom Mitnahmegeschäft durch die Pendler.

Anton Renner

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