Pilotprojekt in Taufkirchen: Besseres Licht, geringerer Stormverbrauch

Taufkirchen - Seit Jahren ist Taufkirchens Bauamtsleiter Günter Mayr auf der Suche nach Einsparpotenzialen bei der Straßenbeleuchtung der Vilsgemeinde. Und es sind schon beachtliche Erfolge erzielt worden.

Da es seit dem 1. Oktober neue Fördermöglichkeiten gibt, hat Johann König, Leiter Straßenbeleuchtung von Bayernwerk, diese und Alternativen zur LED-Technik im Bauausschuss vorgestellt.

Die neuen Zuschüsse seien mit allerlei Auflagen, sprich „Haken“ verbunden, so dass mitunter nicht viel übrig bleibe, erklärte der Experte. Da keine Eile geboten sei, weil der Antrag bis 2017 gestellt werden könne, schlug König für die vorhandenen 616 Pilzleuchten zwei Alternativen vor. Erstens: Wenn Bayernwerk mehr als 50 Brennstellen umrüsten solle, könne das Unternehmen einen besseren Preis machen. Zweite Möglichkeit sei die Übergangstechnik: Die insgesamt 1267 Brennstellen der Gemeinde würden alle Jahre inspiziert, eine Nassreinigung der Gläser, Auswechseln der Leuchtkörper und so weiter vorgenommen. Nach und nach könnten die Lampen dabei ausgetauscht werden und beispielsweise mit 240 Stabfarbleuchten, so genannten LED-Tubes bestückt werden. Dies erfordere eine Investition von 11 190 Euro. Bei einer Nutzungsdauer von 20 000 Stunden, also fünf Jahren, amortisieren sich die Kosten in 3,4 Jahren. Auch könne die Beleuchtungsstärke um die Hälfte reduziert werden. Das ergebe eine Stromersparnis von 26 244 KW/h, rechnete König aus.

Des Weiteren machte er dem Gremium den Vorschlag an einem Feldversuch teilzunehmen. Dabei werden LED-Retrofit-Leuchtmittel eingesetzt, die in Taufkirchen vor allem für die dekorativen Castor-Leuchten geeignet wären. „Bayernwerk bezahlt die Montage, die Gemeinde die neuen Leuchtmittel“, meinte der Experte. Eine würde rund 50 Euro plus Mehrwertsteuer kosten. Mayr nannte das Baugebiet Moosen, das Gewerbegebiet Flaring-Süd, die B 15, den Parkplatz am Volksfestplatz, den Vilstalradweg und den teilweise Weg am Stephansbrünnlbach, die sofort damit ausgestattet worden seien: „Da sieht man, LED ist sehr gut auch von der Leuchtkraft.“ Der komplette Austausch würde 30 000 Euro ausmachen. „Bei Retrofit wären wir die Ersten in Bayern, die es starten“, sagte der Bauamtsleiter. Natürlich sei ein gewisses Risiko dabei. Aber er habe sich intensiv mit dem Thema beschäftigt, auch mit den Stadtwerken das Ganze besprochen. Er sei der Meinung, dass es der richtige Weg sei. „Mit diesen Leuchtmitteln können wir bis zu 70 Prozent Energie einsparen, bei wesentlich weniger Investitionskosten.“ Gemeinderat Alois Maier fragte, ob es dann weniger Licht sei. Das bejahte König und erklärte, jetzt seien es 80 bis 90 Watt, danach 20 bis 25 Watt, die je nach Leuchten sieben Jahre Amortisationszeit hätten. Natürlich sei LED eine hohe Investition, gab er zu.

Bürgermeister Franz Hofstetter plädierte dafür, es auszuprobieren, aber darauf zu achten, dass das Licht angemessen sei. „Da müssen wir auch auf die Anlieger schauen.“ Er argumentierte, dass für die B 15 84 000 Euro, insgesamt sogar 180 000 Euro ausgegeben wurden. Das Gremium stimmte zu, am Pilotprojekt teilzunehmen. Die NAV-Leuchtmittel sollen nun gegen LED-Retrovit an ausgewählten Leuchten ausgetauscht werden. Zugleich sollen die Aura-Stableuchten durch hocheffiziente LED-Stableuchten ersetzt werden. Dafür sollen im Haushalt einmal 6000 und einmal 12 000 Euro eingestellt werden.

Birgit Lang

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