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Zu einer Diskussion über Risiken und Chancen der digitalen Welt hatte die SPD ins Atelier Damböck geladen (v. l.): Gertrud Eichinger, Dr. Hildegard Kronawitter, Benedikt Kopera, Katja Bröckl-Bergner, Josef Eichinger und Ewald Schurer.

Podiumsdiskussion der SPD Finsing 

Digitalisierung lässt zu wenig Platz für die „Welt der Gefühle“

Zum Thema „Leben und Arbeiten in unserer Digitalen Welt“ organisierte die Finsinger SPD eine Podiumsdiskussion im Atelier Damböck Messebau.

Finsing – „Leben und Arbeiten in unserer Digitalen Welt“: Zu diesem aktuellen Thema organisierte die Finsinger SPD im Rahmen der Festreihe zu ihrem 50-jährigen Bestehen eine Podiumsdiskussion im Atelier Damböck Messebau. In der lebhaften Debatte wurden Chancen und Risiken thematisiert.

Zur Diskussionsrunde gehörten SPD-Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer, Benedikt Kopera vom DGB, Josef Eichinger, Leiter von SG-Wireless-System Design bei HuaweiTechnologies Deutschland, und Katja Bröckl-Bergner, Coach für Digitale Medienbildung. Die Moderation übernahm die ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Hildegard Kronawitter.

Sie meinte in ihrer Einführung, dass die SPD Finsing mit dem Thema „am Puls der Zeit“ sei, da sich die private und die Arbeitswelt sehr stark veränderten. Bröckl-Bergner, die viel mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, warnte vor einer restriktiven Handhabe: „Verbote sind schlimm.“ Vielmehr gehe es darum, den jungen Leuten die souveräne Teilhabe zu ermöglichen und ihnen damit auch Kontrolle über die neuen Medien zu geben.

Offenheit für Neues und lebenslanges Lernen seien wichtig, aber auch die Fähigkeit, manchmal nein sagen zu können. Ihre Forderung: Mehr Unterstützung von der Schule für die Schüler. „Die Eltern können das oft nicht leisten.“

Josef Eichinger sprach von einer „Digitalisierung aller Lebensbereiche“ und plädierte dafür, mit den neuen Möglichkeiten „gestalterisch“ umzugehen und sich viele Kenntnisse zu erwerben, was auch vor Missbrauch schütze. Eichinger nannte das Stichwort „Industrie 4.0“. Darunter versteht man die vierte industrielle Revolution, wobei sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik verzahnt. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die rasant zunehmende Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Schurer stimmte zu, dass die Gesellschaft „mitten drin im digitalen Wandel“ mit einer enorm beschleunigten Kommunikation sei. Dieser Prozess müsse achtsam begleitet werden, damit gerade in der Arbeitswelt der Schutz für die Menschen gewährleistet sei. Bei der Schaffung von neuen, hoch qualifizierten Jobs dürften die Arbeitnehmer „nicht abgehängt“ werden. Begleitung und Regulierung seien Aufgaben der Politik.

DGB-Vertreter Kopera sah in der Arbeitswelt das „Recht auf Nichterreichbarkeit“ als zentral an. Andernfalls würden psychische Erkrankungen gefördert. Gleichzeitig biete die zunehmende Digitalisierung auch Vorteile und ermögliche über das „home office“, also das Büro zuhause, individualisierte Arbeitsplätze.

In den Redebeiträgen wurde vielfach die Sorge vor einer Überwachung über die globale Digitalisierung formuliert. Es wurde auch befürchtet, dass sich die Arbeitsbedingungen massiv verschärfen könnten, zumal von Menschen im mittleren oder gehobenen Management jetzt schon gefordert werde, jederzeit zur Verfügung zu stehen. Ebenfalls kam zur Sprache, dass die Digitalisierung Entfremdungsprozesse in Gang setze, weil sie zu wenig Platz für die „Welt der Gefühle“ lasse.

Nach der Diskussion stellte das Atelier Damböck zwei Projekte aus der Messearbeit vor: den Einsatz von Virtual Reality und Roboter Pepper, der darauf programmiert ist, Menschen sowie deren Mimik und Gestik zu analysieren und darauf entsprechend zu reagieren. 

Vroni Vogel

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