Verschalt werden musste die Schaufensterscheibe nach der sinnlosen Attacke zweier Moosinninger (18). Foto: ham

Rabiate Jugendliche: Polizistin bei Festnahme verletzt

Erding - Eine kaputte Schaufensterscheibe, zwei Bürschchen in Haft und eine verletzte Polizeibeamtin - das ist die Bilanz eines Einsatzes in der Nacht auf Sonntag in Erding.

Gegen 2.30 Uhr bemerkten Mitarbeiter eines Wachdienstes, die die Aufbauten zum 17. Erdinger Stadttriathlon im Blick hatten, zwei Moosinninger, wie sie bei einem Mobilfunk-Geschäft am Schrannenplatz vorbeigingen und mit einem Fußtritt die Schaufensterscheibe bersten ließen. Sofort schritten die beiden Wachmänner ein und setzten die beiden 18-Jährigen schachmatt. Zwei Streifen der Polizeiinspektion Erding waren Minuten später vor Ort.

Was sie da noch nicht wissen konnten: Der Einsatz mündete in roher Gewalt. Die beiden Burschen, die der Polizei wegen mehrerer Straftaten, darunter Fahrens unter Drogen- und Alkoholeinfluss bestens bekannt sind, leisteten erheblichen Widerstand gegen die Festnahme. Bei verbalen Fehltritten beließen sie es nicht. Einer wehrte sich so heftig, dass eine 27 Jahre alte Beamtin einen Bänderriss im Fuß erlitt. Daraufhin wurde ein dritter Streifenwagen angefordert, das Duo verschwand in Handschellen in den beiden ersten Polizeifahrzeugen. Der BRK-Rettungsdienst lieferte die Polizistin ins Kreiskrankenhaus Erding ein. Sie wird über Wochen dienstunfähig sein.

Die Moosinninger verbrachten die Nacht und den darauffolgenden Sonntag im Polizeigewahrsam. Ein Sprecher der Inspektion teilte mit, beide seien erheblich betrunken gewesen. Das habe die Vernehmung erschwert.

Gegen die 18-Jährigen werden Strafverfahren wegen Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet. Gut möglich, dass beide nun das erste Mal eine Haftanstalt von innen kennenlernen.

Gegen 3 Uhr wurde die Feuerwehr Erding alarmiert, die die zerbrochene Schaufensterscheibe mit Brettern verschalte und die Scherben beseitigte. Den Einsatz wird das Duo, das allem Anschein nach im Suff und ohne großes Nachdenken gehandelt hat, bezahlen müssen. Hinzu dürfte ein vierstelliger Betrag für den Austausch des Glases kommen.

(Hans Moritz)

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