Staffelübergabe beim Zeitungsvertrieb Erding: Manfred Rödel (65/l.) übergibt die Geschäftsführ ung an Heinz Brennauer (56). Foto: Moritz

Neuer Geschäftsführer beim Zeitungsvertrieb Erding 

Problemlöser in den Nachtstunden

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Mister Zustellung gibt das Zepter ab: Manfred Rödel geht als Geschäftsführer der Zeitungsvertriebs GmbH Erding (ZVE) in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Heinz Brennauer. Der Generationenübergang geht am heutigen Dienstag über die Bühne.

Erding – Eine Zeitung kann nur dann erfolgreich sein, wenn viele Glieder einer Kette möglichst reibungslos und schnell ineinander greifen – Redaktion, Geschäftsstelle, Anzeigenabteilung, Technik und Druckerei. Dann ist mitten in der Nacht das Blatt fertig. War’s das? Nein! Ein ganz wichtiger Part fehlt noch: die Zustellung.

Für diese verantwortungsvolle Aufgabe war seit 1997 Manfred Rödel verantwortlich. Fünf Jahre zuvor war er zum ZVE gekommen, als Vetriebsinspektor, gewissermaßen als Lokalmatator im Landkreis Erding. In der Geschäftsführung beerbte Rödel Helmut Suck. Nun ist Rödel 65 – für den Berghamer ist es Zeit, in den Ruhestand zu treten. In dem will er seinen Hobbys nachgehen: Reisen, Literatur, Basteln und Kochen. „Zuerst einmal will ich aber nur eines: mich ausruhen“, gibt er ehrlich zu.

Sein Nachfolger steht schon bereit, ein sehr erfahrener noch dazu: Die ZVE-Geschäftsführung übernimmt Heinz Brennauer. Der 56-Jährige mit Wohnsitzen in Erding und Tüßling kennt Erding nicht nur, weil er hier geboren ist. 1997 begann er als Vertriebsinspektor für das Erdinger Land. Dieses Amt gibt er nun an den vor einem Jahr zum Unternehmen gekommenen Robert Stellmach ab. Seine Kollegen in Ebersberg und Freising bleiben Max Danner und Raimund Ketterl.

Zeitungszusteller haben ein Problem, für das sie selbst am wenigsten können: Man kennt sich (fast) nicht. Denn sie sind zu einer Zeit unterwegs, in der Otto Normalverbraucher noch tief und fest schläft. Die ersten Zeitungen für die Region Erding, Freising, Ebersberg verlassen das Druckhaus gegen 2 Uhr. Danach werden sie auf die Zustellerboxen verteilt, an denen die Zeitungen von den Trägern abgeholt und verteilt werden. Um 6.30 Uhr soll das letzte Exemplar im Briefkasten stecken.

Betrachtet man die Zahlen, entpuppt sich der ZVE als recht starker Mittelständler: Rödel hatte 670 Stammträger und rund 200 Aushilfen unter sich. Sie tragen an sechs Tagen pro Woche sage und schreibe je 54 000 Zeitungen aus, vor allem den Erdinger/Dorfener Anzeiger, das Freisinger Tagblatt und die Ebersberger Zeitung, darüber hinaus aber auch überregionale Blätter.

Offiziell beginnt Rödels und Brennauers Arbeitstag um 8 und endet um 17 Uhr. Die Realität ist freilich eine andere: Ruheständler Rödel wird sich dran gewöhnen müssen, nicht mehr jede Nacht angerufen zu werden – wegen eines plötzlich krank gewordenen Zustellers, eines liegen gebliebenen Autos, eines platten Fahrradreifens.

„Es gibt viele Faktoren, die die Zustellung erschweren“, versichert er. „Gerade im Winter bei Schnee und Eis sowie nachts nicht geräumten Straßen und Dunkelheit kann es schnell zu Problemen kommen“, sekundiert Brennauer. Beide sind es auch gewohnt, ganz spontan selbst Touren zu übernehmen. „Wir tun alles, dass der Leser morgens seine Zeitung hat. Scheitern wir, ist der Kunde sauer“, sagt Rödel.

Und dennoch wirbt er für den Job des Zustellers, „denn es ist schwer geworden, die ausreichende Zahl guter Träger zu finden“. Gerade im Frühling sei es aber schön, wenn während des Austragens die Sonne aufgeht. „Da erlebt man einmalige Bilder“, sagt auch Brennauer. Viele Kräfte seien über 450-Euro-Verträge fest angestellt. „Wir bieten bezahlten Urlaub, soziale Vergünstigungen und einmal im Jahr einen großen Ausflug“, sagt Rödel, „auch große Teile der Ausrüstung stellen wir zur Verfügung“. Und: Wenn Otto Normalbürger aufsteht, hat der Träger schon sein Geld verdient. 

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