Informationen aus erster Hand: Viel Interessantes hatte Landrat Martin Bayerstorfer (stehend) zu erzählen. F.: ahu

Radwegbau kommt ins Rollen

Isen - 2014 will der Landkreis den ersten Bauabschnitt des Radwegs von Isen nach Lengdorf realisieren. Landrat Martin Bayerstorfer stellte beim Politischen Frühschoppen der Isener CSU den Planungsstand vor.

„Derzeit werden die Planungsunterlagen erarbeitet“, sagte der Landrat. Nach der Anmeldung bei der obersten Baubehörde, die bis September nächsten Jahres erfolgt sein muss, könne nach wenigen Monaten mit der Baumaßnahme begonnen werden. Zwei Jahre später soll dann der zweite Streckenabschnitt ab Wenshof in Angriff genommen werden. „Es ist sinnvoll, den Radweg nicht in einem Stück zu bauen, weil noch nicht feststeht, wo genau die Kreisstraße hinverlegt wird“, erklärte Bayerstorfer. Deren Verlegung wird durch den Bau der Autobahn nötig.

Während der Radweg in Isen auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft, kann er auf Lengdorfer Gemeindegebiet wegen des zu großen Abstands zur Kreisstraße nur im ersten Abschnitt dem früheren Gleisbett folgen. „Der Radweg muss kreisstraßenbegleitend sein“, machte Bayerstorfer deutlich. Das bedeute, dass ein Abstand von maximal 20 Meter nicht überschritten werden dürfe. Eine rechtliche Überprüfung habe jedoch ergeben, dass auch „25 oder 30 Meter unbedenklich sind“.

Der Landkreis wird nicht nur für die Kosten des Baus aufkommen: Auch Unterhalt und eventuelle Instandsetzung werden von ihm übernommen. Eine Ausnahme bildet die Brücke über den Göttenbach, für die die Gemeinde Lengdorf zuständig ist.

Bayerstorfer stellte heraus, dass der Radweg gut ins Tourismuskonzept des Landkreises passen werde. Da sich der Landkreis Erding, was die Übernachtungszahlen betrifft, „in der Spitzenklasse der oberbayerischen Urlaubsregionen“ bewege, könne auch der Osten des Landkreises versuchen, über das geplante Netz von Elektrofahrrad-Verleihstationen am Boom zu partizipieren. „Wenn im Jahr 10 000 Besucher einen Tag dran hängen, um mit dem Radl den Landkreis zu erkunden, ist das eine ganz heftige Nummer“, sagte der Kreischef. Vorstellbar sei dabei auch, dass Thermenbesucher, statt in Erding oder dessen unmittelbarer Umgebung zu übernachten, aufs Umland ausweichen.

Als „wichtige Infrastruktureinrichtung“ bezeichnete Bürgermeister Siegfried Fischer den Radweg. Der Markt Isen habe seine Hausaufgaben gemacht und nicht nur den Grund von der Bahn erworben, sondern den Bahndamm bereits gerodet. „Wir haben das elegant gelöst und die Sträucher und Bäume als Hackschnitzelgut verkauft“, sagte er. Eine Verlängerung des Radwegs Richtung Pyramoos und eine Anbindung an den Radweg an der B 15 sei allerdings Illusion. „Hier befindet sich der Grund schon lange in Privatbesitz“, sagte er.

Weniger euphorisch sahen den Radweg einige Anlieger. Sie befürchten unbefugtes Betreten ihrer Grundstücke, Verschmutzungen durch Müll und Hundekot sowie Konflikte zwischen Radlern und landwirtschaftlichem Verkehr.

(ahu)

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