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Ramsauer macht A 94 zur Chefsache

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Pastetten/Dorfen - Bund und Freistaat wollen die Isental-Autobahn unter allen Umständen weiterbauen und bis 2018 auf einer Gesamtlänge von 150 Kilometern vollenden. Die Hoffnungen der Gegner, eine lückenlose A 94 könnte am Geld scheitern, sollen sich nicht bewahrheiten.

„Gute Fahrt und auf einen schnellen Weiterbau“ - diesen Satz schrieb Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer anlässlich der Verkehrsfreigabe am Mittwoch ins Goldene Buch der Gemeinde Pastetten. Paul Lichtenwald, Präsident der Autobahndirektion Südbayern, sagte beim Festakt, er freue sich, dass nun der erste Schritt für die Trasse Hohenlinden - Heldenstein abgeschlossen sei. Seiner Behörde sei an einem zügigen Baufortgang gelegen.

Damit spricht er Ramsauer aus der Seele. Der sieht in der A 94 ein Prestigeprojekt. Wie berichtet, will der CSU-Politiker, der selbst mehrmals pro Woche in dieser Region unterwegs ist, zusätzliche 40 Millionen Euro aus seinem nicht gerade üppigen Verkehrsetat herausschneiden. „Mit dem Geld wollen wir den Weiterbau voranbringen“, kündigte er an. 2012 soll diese Summe bereit stehen. In diesem Zusammenhang erinnerte er an das vorhandene Baurecht für den 33 Kilometer langen Abschnitt Pastetten - Dorfen durch das Isental. Er kündigte ferner an, im kommenden Jahr auch auf dem Teilstück Dorfen - Heldenstein die Arbeiter anrücken zu lassen. Den Gegnern, die sich juristisch gegen das Projekt wehren, warf er „vorsätzliches Verzögern“ vor.

Doch mit Geld allein will es Ramsauer nicht bewenden lassen. Aus anderen Ländern wisse er, dass der Bau neuer Infrastruktur viel rascher vorankomme. „Wir brauchen in Deutschland erheblich schnellere Verfahren“, sagte der CSU-Politiker und deutete an, „dass wir diesbezüglich bereits auf einem guten Weg sind“. Rechtsstreitigkeiten über Jahre und Beschwerden gegen letztinstanzliche Urteile seien inakzeptabel.

Staatskanzleichef Marcel Huber machte deutlich, dass jeder Abschnitt, der fertig sei, sofort unter Verkehr gesetzt werde. Und: „Wo Baurecht besteht, muss auch gebaut werden“, so Huber. „Die Bagger auf der A 94 dürfen nicht stillstehen.“

Ramsauers Attacke in Richtung der Gegner (wir berichteten) löste bei der Aktionsgemeinschaft gegen die Isentalautobahn sowie beim Bund Naturschutz in Dorfen Empörung aus. Vorsitzender Jakob Baumgartner warf dem Minister vor, „von der aktuellen Planung der A 94 überhaupt keine Ahnung zu haben“. Auch verwahrt sich Baumgartner gegen einen Zusammenhang zwischen den Isentaltrasse-Gegnern und Unfallopfer auf der B 12. „Wer damit argumentiert, verbreitet falsche Hetzparolen und beweist eine ungeheure Ignoranz“, heißt es in einer Presseerklärung vom Donnerstag. Hinzu komme: Der jetzt fertiggestellte Abschnitt werde die B 12 in keiner Weise entlasten. Die Bundesstraße werde nur dann spürbar sicherer, wenn sie als Autobahn ausgebaut wird - über die Trasse Haag. Nun werde die B 12 ein hochriskanter Abkürzer zwischen dem Chemiedreieck und der Brennerautobahn bleiben.

Der Verkehr rollt seit gestern Vormittag über den frischen Asphalt. Der Startschuss um 9 Uhr, wie geplant, ließ sich zwar nicht einhalten. Kurz vor 10 Uhr wurden dann aber die ersten Fahrzeuge gesichtet - in Fahrtrichtung Pastetten deutlich mehr als in Richtung München. Vor allem Lastwagen nutzten die Neubaustrecke bis zur Anschlussstelle Staatsstraße 2331 in Richtung Erding beziehungsweise Hohenlinden.

(Hans Moritz)

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