In Schieflage befindet sich die Schieneninfraststruktur im gesamten südostbayerischen Raum. Die Initiative Airport-Bahn fordert von Berlin nun endlich Taten. Foto: ap

Region macht Druck auf Tiefensee: Bahn muss endlich ausgebaut werden

Erding - Der Ausbau der Bahnstrecke München – Mühldorf – Freilassing – Salzburg hat internationale Bedeutung. Dennoch kommt die Planung kaum voran.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee muss rasch handeln, fordert die Initiative Airport-Bahn. Die Resolution ist von hochrangigen Politikern und Wirtschaftsvertretern unterzeichnet, unter ihnen die Landräte Martin Bayerstorfer (Erding), Gottlieb Fauth (Ebersberg) Erwin Schneider (Altötting), Bruni Mayr (Rottal-Inn), Flughafen-Chef Michael Kerkloh, Lothar Semper von der Handwerkskammer und Werner Goll, Sprecher des südostbayerischen Chemiedreiecks.

Hintergrund sind in der Region vernommene Alarmsignale, die vom Bund im Rahmen des Konjunkturpakets in Aussicht gestellten 150 Millionen Euro für Planungs- und Baumaßnahmen könnten gekürzt werden. Die Unterzeichner fordern, dass es bei der Summe bleibt und das Projekt endlich in die Gänge kommt. Die Autoren verweisen auf die internationale Bedeutung des Ausbaus.

Die Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris bis Budapest war von der EU bereits 2004 in die „Liste der prioritären Projekte des Transeuopäischen Netzes“ (TEN) aufgenommen worden. Zehn Jahre zuvor sei die Trasse von den Staats- und Regierungschefs der EU als eines von 14 Vorhaben für „eindeutig vorrangig“ erklärt worden. Der Ausbau sei zudem Bestandteil des Beitrittsvertrages zwischen der EU und Österreich von 1994.

Die Unterzeichner weisen den Bundesverkehrsminister darauf hin, „dass diese Strecke für unsere Region besonders wichtig ist, um das erweiterte Chemiedreieck effektiv an die internationalen Flughäfen München und Salzburg anzubinden“. Gleiches gelte für die Messen. Südostbayern verfüge über weitreichende wirtschaftliche Potenziale, die aber nur mit einer entsprechenden Infrastruktur genutzt und ausgebaut werden könnten. Der derzeitige Zustand – Dieselloks auf einer weitgehend eingleisigen Strecke durch dicht besiedelte Gebiete – sei unerträglich.

Mit drei Millionen Tonnen Fracht jährlich und täglich über 15 000 beförderten Fahrgästen habe die Route die Kapazitätsgrenze längst erreicht.

Zudem würde ein Ausbau den Klimaschutzzielen der Bundesrepublik entgegenkommen, zumal Prognosen davon ausgehen, dass sich die Frachtvolumina aus dem Chemiedreieck bis 2015 verdoppeln sollen. Werde jetzt nicht zügig ausgebaut, könnte dies extrem negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Region haben. Derzeit sind hier rund 50 000 Arbeits- und 1000 Ausbildungsplätze angesiedelt, so die Autoren, die auf den Gesamtumsatz von rund acht Milliarden Euro pro Jahr verweisen.

Konkret fordert die Initiative Airport-Bahn, die Strecke von München bis Salzburg komplett zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren. Dem „Masterplan Schiene“, der das bis 2015 vorsieht, fehlt nach Auffassung der Autoren der Resolution „jegliche Glaubwürdigkeit“. Angesichts der internationalen Dimension – in der Region bündelt sich ein Prozent des gesamten deutschen Güteraufkommens – dürften die Finanzierungsschwierigkeiten nicht länger als Ausrede herhalten.

Der Bundesverkehrsminister wird aufgefordert, so schnell wie möglich die Finanzierungsvereinbarung mit dem Freistaat Bayern zu schließen und diesen bei den Bemühungen um den Bau des S-Bahn-Ringschlusses einschließlich Walpertskirchener Spange zu unterstützen. Andernfalls drohe der Flughafenregion der Kollaps. Fazit der Autoren: „Nach jahrzehntelanger Vernachlässigung der Infrastruktur in unserem Großraum ist es nunmehr dringend geboten, den Bürgern eine Perspektive für die zukünftige Entwicklung des Wirtschaftsraumes zu geben.

(Hans Moritz)

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