Revolutionäres Bluttrennungssystem besteht Praxistest

Moosinning - Die Moosinninger Arztpraxis von Dr. Franz Krammer ist für Stunden zum Fernsehstudio umfunktioniert worden. Im Praxistest wurde das Bluttrennungssystem ErySep geprüft.

Die Revolution auf dem Weltmedizinmarkt im Bereich der Blutbanktechnologie ist das von der Firma LMB in Schwaig entwickelte Bluttrennungssystem ErySep. „Bisher waren dafür bis 40 000 Euro teure Zentrifugen notwendig. Unser System kostet maximal 50 Euro“, meint stolz der LMB-Geschäftsführer Klaus Jensch. Das jetzt serienreife System wurde von ihm in acht Jahren entwickelt und wird nun für den Weltmarkt produziert.

In der Praxis von Dr. Franz Krammer in Moosinning drehte ein Fernsehteam fünf Stunden lang den ersten Praxistest. „Der Vorteil ist, dass jeder Arzt mit unserem Produkt umgehen kann. Wenn beispielsweise große Operationen anstehen und Eigenblutspenden vorteilhaft sind, kann der Patient bei seinem Arzt sein Blut spenden. Der kann durch unser System die roten Blutkörperchen vom Plasma trennen“, so Jensch.

Erste Interessenten gibt es auch bei den Blutspendediensten. „Allein in Deutschland spenden etwa vier Millionen Menschen Blut. Weltweit sind es etwa 200 Millionen. Der Markt und Bedarf sind gewaltig“, erklärt Jensch.

In nahezu allen Fällen wird gegenwärtig das Blut in seine einzelnen Bestandteile aufgetrennt, um es angepasst an die gesundheitlichen Bedürfnisse der Patienten einsetzen zu können. Bei hohem Blutverlust, beispielsweise nach Unfällen oder bei Operationen, wird das Plasma benötigt, bei Blutarmut (Anämie) werden Blutkörperchen (Erythrozyten) benötigt. „Das kann beispielsweise bei Nierenerkrankungen, Mangelerscheinungen oder auch einigen Krebserkrankungen der Fall sein“, so Jensch.

Darum trennen Blutspendedienste das gespendete Blut, aber auch wegen der Lagerzeit. Diese lasse sich für Blutkörperchen auf bis zu 48 Tage strecken, das gefrorene Plasma sei bei minus 30 Grad zwölf Monate lagerbar.

In Krisen- und Katastrophengebieten sei das ErySep-System ebenalls universell einsetzbar. „Gerade dort wird Plasma gebraucht, aber der Strom für das Betreiben der Zentrifugen fehlt ebenso wie häufig das Fachpersonal. Praktisch jeder Rettungssanitäter kann unser System bedienen“, so Jensch.

Das Herzstück des Systems ist eine Membran mit 640 feinen Kunststofffasern. Durch diese fließt das Blut wie durch einen Kaffeefilter, trennt dabei innerhalb einer Stunde die Bestandteile, die in verschiedenen Beuteln gesammelt und aufbewahrt werden.

Der in München geborene und in Hörgersdorf aufgewachsene Jensch gründete sein Unternehmen in Schwaig vor 25 Jahren. Am Anfang stand die Entwicklung und Produktion von Blutgruppenbestimmungsgeräten. 18 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen am Stammsitz. Hier ist das Qualitätsmanagement und ein Teil der Produktion. Insgesamt sind es 80, die an den verschiedenen Standorten in Ungarn, Serbien und auf den Phillipinen in der Produktion und im Vertrieb tätig sind. (nie)

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