Diese Lösung will die FDP: Die Walpertskirchener Spange auf der Trasse der Nordeinschleifung. Grafik: MM/Ertl

Ringschluss: Kreis-FDP auf Konfrontationskurs mit Wirtschaftsminister Martin Zeil

Erding - Der Streit um die Trasse für die Walpertskirchener Spange im Bahnprojekt S-Bahn-Ringschluss droht die Liberalen zu spalten.

Beim Neujahrsempfang der FDP in Aufhausen hatte Wirtschaftsminister Martin Zeil unverhohlen für die Südeinschleifung der Walpertskirchener Spange geworben. Jetzt bekommt er ausgerechnet von seinen Parteifreunden Gegenwind. Kreisvorsitzender Rupert Lanzinger lehnt diese Lösung ab - und geht damit auf Konfrontationskurs zum liberalen Vize-Ministerpräsidenten.

Mit der Südeinschleifung „wird nicht die nötige Anbindung des Wirtschaftsraums im östlichen und dem ländlich geprägten nördlichen Teil des Landkreises sowie Südostbayern erreicht“, so Lanzinger. Er sieht darin sogar eine „Verschwendung von Steuergeldern“. Es könne nicht sein, „dass eine wenig frequentierte Bahnstrecke nur gebaut wird, um Fördermittel zu bekommen“. Denn die Strecke solle etwa für Güterzüge tabu sein.

Für die Proteste aus Walpertskirchen, Hörlkofen und Bergham/Aufhausen hat Lanzinger Verständnis - und sichert Unterstützung des FDP-Kreisverbandes zu. Dessen Aufgabe müsse sein, die umliegenden Gemeinden sowie den nordöstlichen Landkreis zu vertreten. In diesem Zusammenhang sieht er Max Gotz in seiner Funktion als Zweiter Landrat in der Pflicht. Der stecke als Bürgermeister und Kreispolitiker in einer Zwickmühle. So legitim der Versuch sei, das Beste für Erding herauszuholen, so sehr müsse sich Gotz auch für den Rest des Kreise einsetzen.

Am Schluss doch noch ein Lob für Zeil: „Er packt die Verkehrsprobleme an“, während seine Vorgänger diese nur hin- und hergeschoben hätten, so Lanzinger.

(Hans Moritz)

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