Ringschluss: Neuer Vorstoß mit Hybrid-Zügen

Erding - Der lange Weg zum Erdinger Ringschluss und zur Walpertskirchener Spange könnte abgekürzt werden: durch den Einsatz von Hybrid-Triebwagen auf der Strecke Freilassing - Mühldorf - Flughafen München.

Die Schienenanbindung Südostbayerns an den Flughafen München kann nach Ansicht einiger Landtagsabgeordneter auch in kleineren Schritten vollzogen werden. Bisher war man davon ausgegangen, dass die Anbindung durch Ringschluss und Spange erst dann realisierbar sei, wenn die Strecke München - Mühldorf - Freilassing zweigleisig ausgebaut und durchgängig elektrifiziert ist. Denn in den Moos-Airport dürfen keine Züge einfahren, die mit Dieselmotoren angetrieben sind.

Der CSU-Heimatabgeordnete Jakob Schwimmer hat nun mit einigen Fraktionskollegen eine technische Alternative wieder ins Gespräch gebracht: Züge mit Hybrid-Triebwagen, die sowohl Strom als auch Dieselkraft nutzen können.

„Das ist nichts Neues. Die Initiative Pro Bahn hat uns darauf gebracht, dass diese Technologie in anderen Ländern schon hervorragend läuft“, sagte Schwimmer im Gespräch mit der Heimatzeitung. Die Abgeordneten aus dem südostbayerischen Raum haben deshalb einen Antrag im Landtag eingebracht, wonach die Staatsregierung diese Möglichkeit prüfen soll.

„Bis zum Ringschluss könnten die Züge weiterhin mit Dieselkraft fahren, und von Erding zum Flughafen dann elektrisch“, so Schwimmer. Das Plenum stimmte dem Antrag bereits zu. Derzeit ist Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) mit dem Vorschlag aus München befasst.

„Wir wollen vorwärts kommen“, betont Schwimmer. Doch über die Anschaffung der neuen Technologie entscheide nicht die Politik. „Die Bahn ist ein schwerfälliger Apparat, der nur ein Entweder-Oder kennt“, kritisiert der Landtagsabgeordnete. Der Einsatz von Hybrid-Fahrzeugen sei ein Kompromiss, der Zeit und vorläufig auch Geld sparen könnte.

Zu den Kosten von rund 2,4 Milliarden Euro für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung kommen laut Schwimmer 300 Millionen Euro für den Ringschluss, 100 Millionen Euro für die Walpertskirchener Spange und 70 Millionen Euro für den zweigleisigen Ausbau der Trasse zwischen Ottenhofen und Erding hinzu.

(Lucia Hargasser)

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