Die Bahntrasse (rot) trennt den südlichen Teil der landwirtschaftlichen Fläche mit dem Bogen der ehemaligen Gemeindeverbindungsstraße Reisen – ED 19 (blau) ab. Der landwirtschaftliche Verkehr soll über den Umweg der ED 19 geführt werden. Foto: Seidel

Ringschluss zwingt zu Umwegen

Eitting - Einige Eittinger sehen die Planung des S-Bahn-Ringschlusses kritisch. Die Trasse durchschneidet die Gemeinde, einen Haltepunkt gibt es nicht.

Das gab es schon in Oberding und wiederholt sich in Eitting. Der S-Bahn-Ringschluss zwingt Anwohnern und Landwirten erhebliche Umwege auf, und nicht wenige fürchten zusätzlichen Lärm. Einer davon ist Bürgermeister Georg Wiester, der vor der Planvorstellung im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Dienstag an die mittlerweile lange Geschichte des S-Bahn-Ringschlusses erinnerte.

Die Gemeinde ist schon stark vom Fluglärm betroffen. Die Bahnstrecke wird dann zusätzlich 400 Meter an Reisen vorbeiführen. Da müsse von vornherein alles unternommen werden den zusätzlichen Lärm zu vermeiden. „Der S-Bahn-Ringschluss ist dringend erforderlich um die Straßen zu entlasten“, erklärte Wiester, „aber Eitting muss so viele Nachteile in Kauf nehmen, wie kaum eine andere Gemeinde“. Ein kleiner Trost wäre ein S-Bahn-Haltepunkt bei Eitting gewesen, der fand jedoch keinen Eingang in die Planung.

Eine Übersicht in Hinblick auf das Konzept Bahnknoten München stellte Thomas Graf vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie vor. Für die Baustufe I, die Neufahrner Kurve, gibt es seit Oktober den Planfeststellungsbeschluss, aber auch fünf Klagen, über die noch zu entscheiden ist. In diesem Jahr, so Graf, werde man keine Baumaßnahmen beginnen. Für den S-Bahn-Ringschluss werde das Planfeststellungsverfahren im Spätsommer eingereicht.

Die detaillierten Bürgerinformationen in Oberding wie in Eitting sollen Einsprüche minimieren. Streckenführung und Bauwerke, stellten hierfür die Ingenieure Franz Sommeregger und Holger Knippschild vor. Beide betonten, dass man auf Wirtschaftlichkeit achten müsse. Die geht jedoch zu Lasten der bestehenden Straßen und Wegestruktur. So durchschneidet die Bahn die bisherige Gemeindeverbindungsstraße von Reisen zur ED 19. Diese Verbindung soll durch eine neue Straße zur ED 19 wiederhergestellt werden. Die südlich des S-Bahn-Ringschluss gelegenen landwirtschaftlichen Flächen sind damit aber nur über den Umweg über die Kreisstraße zu erreichen. „Das geht gar nicht“, so ein Landwirt aus Reisen, der eine Über- oder Unterführung der Bahngleise forderte. Dies wird nun auf Wunsch von Wiester von den Planern noch einmal geprüft.

Zugleich kam auch die Klage über die Ausgleichsflächen. „Um die kommen wir nicht herum wenn gebaut werden soll“, so Knippschild. Graf versicherte, dass man auf Verhandlungen setzte, Besitzstandseinweisungen werde es nicht geben. Lärmschutzmaßnahmen vor allem im Bereich der Kanalüberquerung und über die FTO, sind laut Knippschild nicht notwendig. Einer der 50 Zuhörer beklagte, dass „immer nur von der Wirtschaftlichkeit die Rede ist, der Bürger ist totale Nebensache“.

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