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Ringschluss-Trasse darf Langengeisling nicht abkoppeln

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Rudi Wiesner 
          beklagte, dass die Bahntrasse dicht an seinem Haus vorbeiführen soll.
Rudi Wiesner beklagte, dass die Bahntrasse dicht an seinem Haus vorbeiführen soll.

Erding - Der S-Bahn-Ringschluss und die Angst vor einer Abkopplung Langengeislings von der Stadt Erding waren die beherrschenden Themen der Bürgerversammlung, die am Donnerstagabend im Gasthaus Brunold stattfand.

Rund 100 Bürger aus Langengeisling, Eichenkofen und Altham ließen sich von Stadtchef Max Gotz über den aktuellen Planungsstand informieren.

Gotz kritisierte die „unsägliche Planung“ von Bahn und Wirtschaftsministerium, die höhengleichen Bahnübergänge beizubehalten. Dieses Vorgehen orientiere sich nur an der Wirtschaftlichkeit. „Wir wollen nicht, dass Langengeisling abgetrennt wird“, betonte Gotz. Deshalb sei es wichtig, dass die Stadt ihre Planungshoheit behalte und mit dem Bebauungsplan für den Kreuzungsbahnhof auf dem Fliegerhorst-Gelände unterstreiche. Gotz: „Wir dürfen Erding nicht lieblos zerschneiden lassen, sondern müssen die städtebauliche Chance nutzen.“ Dazu zählt Gotz neben einer unterirdischen Führung der S-Bahn-Linie auch einen Grünzug durch die Stadt und die Bewerbung für die Landesgartenschau 2018.

Auch auf ein weiteres Problem wies der Stadtchef hin: Die Finanzierung sei bisher keineswegs gesichert, „weder für die Regionalbahn, noch für den Ringschluss“. Nun gelte es abzuwarten, „wie die Gewichtung unserer Region“ bei Bayerns neuem Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) aussieht.

Martin Neumaier, ehemals UWE-Stadtrat, forderte: „Die ganze Stadt gehört untertunnelt.“ Alles andere „können wir künftigen Generationen nicht zumuten“. Natürlich könne man sich eine generelle Untertunnelung von Altenerding-Süd bis Langengeisling wünschen, antwortete Gotz. Allerdings koste ein Meter Tunnel 32 000 Euro, und die Stadt werde nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz bei der Finanzierung dort herangezogen, „wo’s neu und knackig wird“.

Egal, ob die Bahn im Trog oder Tunnel fährt, Rudi Wiesner wird bei dem Gedanken daran angst und bange. „Die Trasse geht zehn Meter an meinem Wohnzimmer vorbei. Wenn’s so wird, wie geplant, muss ich ausziehen“, klagte der Langengeislinger.

Eine Neuigkeit, die gut ankam, hatte der Bürgermeister auch im Gepäck: Er will im Haushalt 2009 Geld für die Planung eines neuen Kindergartens in Langengeisling einstellen. Gotz: „Das Raumprogramm ist alles andere als zufriedenstellend. Eine Sanierung allein genügt nicht, weil auch in Langengeisling der Wunsch nach einer Kinderkrippe da ist.“

Auch beim seit Jahren geforderte Radweg entlang der Alten Römer-Straße bewegt sich was. Die Stadt hat mit dem Straßenbauamt eine Vereinbarung getroffen, sich die Planungskosten dafür zu teilen. Mit Ergebnissen rechnet Gotz 2009. (zie)

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