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Hausbau wie am Fließband: Die Fertigungsstraße von „Timber Homes“ hat bis zu 14 Stationen

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Produktionshalle mit 14 Arbeitsstationen
Die Produktionshalle mit 14 Arbeitsstationen. Am Ende läuft ein möbliertes Raummodul vom Band. © Robert Decker Immobilien

Holzmodule sind die Revolution in der Baubranche. Daher werden mehr und mehr „Timber Homes“ gebaut. Was hat es damit auf sich?

Schöner wohnen mit Holz – seit Mai 2019 werden bei „Timber Homes“, auf dem Areal der ehemaligen Ziegelei Meindl in Dorfen, Holzmodule gefertigt. Hier wird ökologische Bauweise mit höchstem Wohnstandard kombiniert.

„Holz ist ein nachhaltiger Baustoff“, sagt Urs Ickler, Betriebsleiter von „Timber Homes“. Hohe CO₂-Emissionen, die bei der Herstellung von Stahl, Beton oder Ziegeln entstehen, treten bei der Holzverarbeitung, wenn überhaupt, nur in geringen Mengen auf. „Bis zu 50 Prozent der jährlichen CO₂-Emission entsteht durch Baustoffe“, erklärt der gelernte Zimmerer und studierte Holzbauingenieur. Holz dagegen speichert CO₂. „Die Menschen legen mittlerweile viel Wert auf eine umweltfreundliche Bauweise.“

Vorbild Automobilindustrie: Die Holzmodule kommen sozusagen vom Band

Die Fertigungsstraße der Firma hat bis zu 14 Stationen – vom Montieren der Decken und Wände, bis hin zur Inneneinrichtung werden hier serielle Elemente gefertigt, die später mit LKWs zu den Baustellen gefahren und dort montiert werden. Hier laufen derzeit Wohnungen mit 1-, 2-, 3- und 4 Zimmern sozusagen vom Band, ebenso Module für Gewerberäume, beispielsweise Seminarräume, Büros oder auch Kindergärten. Diese spezifisch gefertigten Module sind allesamt so geplant, dass sie sich miteinander koppeln lassen. Je nach Wunsch können Raummodule zu ein, zwei, drei oder auch vier Raumeinheiten kombiniert werden.

Beim Modulbau finde lediglich die Montage vor Ort statt, erklärt Ickler. Das spare Zeit – und durch die kurze Bauzeit freilich auch Finanzierungszinsen. „Wir machen alles im Werk fertig, die Handwerker stehen nicht auf der Baustelle, sondern bei uns in der Halle“, sagt der 45-jährige Dorfener. „In einem Dutzend Produktionsabschnitten arbeiten Zimmerer, Bodenleger, Elektriker, Trockenbauer oder auch Schreiner und die Fachkräfte für Heizung, Lüftung sowie Sanitäranlagen, Hand in Hand.“ Ickler ist von Anfang an dabei – vom Projektaufbau bis zur Fertigstellung der Halle. Derzeit arbeiten 32 Mitarbeiter in Dorfen.

Baukastenprinzip: Interims-Kindergärten können den Standort wechseln

Das Baukasten-Prinzip ist eine Innovation für Büros, Klassenzimmer sowie Gruppenräume in Kindergärten oder Kindertagesstätten. Ein Baubuchenträger als tragendes Element mit herausnehmbaren Wandelementen zwischen den Modulen, ermöglicht räumliche Veränderungen. Langfristige Raumplanung, störungsfreier Umbau und Erweiterungen während der Schulferien sind jederzeit durch eine kurze Bauzeit möglich – dank des Baukastenprinzips, das maximale planerische Freiheiten garantiert. Auch lassen sich die Immobilien grundsätzlich demontieren und neu platzieren: Bei Bedarf kann ein Interims-Kindergaren jederzeit den Standort wechseln. „In Holzhäusern gibt es zudem ein ganz anderes Klima – da fühlen sich die Kinder natürlich deutlich wohler als in Containern“, erklärt Ickler.

Beinharter Wettbewerb: Zuschlag für BMW-Personalwohngebäude

Der jüngste Auftrag ist ein Personalwohngebäude aus Holzraummodulen für den Automobilhersteller BMW. Das gesamte Team freut sich riesig, denn der Wettbewerb bei diesem Auftrag war beinhart. „Am Ende aber bekamen wir den Zuschlag wegen der Qualität und dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis“, freut sich Robert Decker.

Die ökologische Rechnung geht auf

Im neuen Wohnheim „Timber Students Dorfen“ etwa bindet ein Quadratmeter Holz in der Außenwand 88 Kilo CO₂. Der hier gelebte Klimaschutz ist beeindruckend: Immerhin sind 1,34 Millionen Kilo CO₂ im gesamten Gebäude gespeichert. Das ist ungefähr der Verbrauch von 800 Autos im Jahr. 

Wer das Gebäude mit den 70 Apartments betritt, ist überrascht, vom hellen Flur mit pflegeleichten Groß-Keramikfliesen und der angenehmen Atmosphäre. Die nachhaltige Bauweise und der hohe Aufwand werden sogar belohnt. Ein autarkes Energiekonzept, mit Photovoltaikanlage, Batteriespeicher sowie der kontrollierten Wohnraumlüftung im gesamten Studentenwohnheim werden als KfW40+ Gebäude mit 2.625.000 Euro gefördert.

Kontakt

Robert Decker Holding GmbH
Am Stadtpark 6
84405 Dorfen

Tel.: 0 80 81/ 93 900
E-Mail: jobs@rdecker.de
Web: https://rdecker.de/

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