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Suchen den Dialog mit den Kommunen: Klaus-Dieter Josel (l.), Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Bayern, und Stefan Kühn, Leiter Vertrieb und Fahrplan bei der DB Netz AG.

Tieferlegung der Gleise wird geprüft

Rollt die S-Bahn bald bis Dorfen?

  • Anton Renner
    vonAnton Renner
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Dorfen - Bis Mitte 2015 will die Bahn die Vorplanungen zum Ausbau der Strecke München-Mühldorf-Freilassing abgeschlossen haben. Für den Bereich Dorfen wird auch eine Tieferlegung der Gleise geprüft.

Und: Die Isenstadt könnte ans S-Bahn-Netz gekoppelt werden.

Die Bahn hat Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Bürgerinitiativen und Verwaltung im Bürgerhaus Schwindegg über den aktuellen Stand der Planungen zum Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing informiert. Zuvor erläuterten Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Bayern, und Stefan Kühn, Leiter Vertrieb und Fahrplan bei der DB Netz AG, in einer Pressekonferenz die Vorplanungen.

Demnach sollen die 46 Kilometer lange Strecke zwischen Markt Schwaben und Ampfing sowie die zwölf Kilometer zwischen Kirchweihdach und Tittmoning-Wiesmühl zweigleisig ausgebaut werden. Zudem werde die Strecke auf einer Gesamtlänge von 147 Kilometern elektrifiziert. Die Reisezeiten könnten sich verkürzen: Personenzüge sollen nach dem Ausbau bis 160 km/h, Güterzüge bis 100 km/h schnell fahren können.

Josl und Kühn betonten mehrmals, dass der Bahnausbau im engen Dialog mit Kommunen und der Öffentlichkeit erfolgen solle. Sie würden bei der Entscheidungsfindung über die Ausbauvarianten einbezogen. Die Planung, die in den nächsten eineinhalb Jahren erarbeitet wird, werde nicht „festzementiert“ sein. „Mit ihr wollen wir in den Dialog gehen“, versprachen die beiden Bahn-Vertreter. Erklärtes Ziel der Bahn ist es, zwischen München und Freilassing eine „vernünftige Nah- und Fernverkehrskapazität“ zu schaffen und das Bayerische Chemiedreieck im Güterverkehr besser anzubinden.

Der Ausbau der Bahnstrecke ist laut Kühn auch „wesentliche Voraussetzung für die Anbindung des Flughafens über die Walpertskirchener Spange“.

Die Strecke München - Mühldorf - Freilassing gehört zu den wichtigsten Schieneninfrastrukturprojekten in Bayern. Sie ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes und des Transeuropäischen Eisenbahnnetzes. Rund 50 Personenzüge fahren derzeit täglich auf der Strecke. Der Bahnausbau wird ein Mammutprojekt. 91 Brückenbauwerke, 43 Bahnübergänge und 19 Bahnhöfe müssen angepasst oder sogar neu gebaut werden. Für den Bereich Dorfen kündigte Josel einen eigenen Variantenvergleich an, der auch die von der Stadt geforderte Tieferlegung der Gleise enthalten werde.

Mit dem Ausbau soll eine stündliche Verbindung zwischen Salzburg, Mühldorf und München ermöglicht werden. Zwischen Mühldorf und München sollen mehrere Züge ohne Halt verkehren. Für Dorfen kann der Bahnausbau neben einem besseren Regionalbahnverkehr einen weiteren Vorteil bringen: den Anschluss an das S-Bahn-Netz im Stundentakt.

Im Bedarfsplan des Bundes ist der Streckenausbau mit 1,1 Milliarden Euro enthalten. Für die Vorplanungen stehen 18,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Anton Renner

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