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So sehen die Rettungstreffpunkte aus: Stefan Klutschewski zeigt ein Schild, das eigentlich in Inning am Holz hängt.  

Rund 80 Rettungstreffpunkte im Landkreis 

Schilder für schnellere Hilfe im Wald

Mehr Sicherheit im Wald: Im Landkreis Erding sind jetzt rund 80 sogenannte Rettungstreffpunkte ausgeschildert worden. Sie erleichtern im Ernstfall die Anfahrt von Rettungskräften.

Landkreis– Die Forstverwaltung im Kreis Erding hat die Sicherheit für Menschen, die im Wald arbeiten oder auch nur joggen oder spazieren gehen, deutlich verbessert: Rund 80 sogenannte Rettungstreffpunkte sind definiert worden. In diesen Tagen wurde die Beschilderung abgeschlossen, sodass alle, die einen Notruf absetzen müssen, darauf zugreifen können.

Bereits im Sommer 2013 hatte der zuständige Landwirtschaftsminister Helmut Brunner den Aufbau dieses System angekündigt. Hintergrund sind 4000 gemeldete Unfälle bei der Waldarbeit in einem Jahr, davon 16 mit tödlichem Ausgang.

Mitten im Wald ist das Auffinden von Verletzten schwierig. Also, so der Grundgedanke, braucht es definierte Punkte, die Rettungskräfte anfahren können, um von dort aus zum Unglücksort geleitet zu werden. Damit das schnell geht, ist das Netz dieser Rettungstreffpunkte dicht geknüpft: Sie liegen in der Regel nur 2,5 Kilometer auseinander.

Mit dem Aufbau im Kreis Erding war Stefan Klutschewski betraut worden, der seinen Dienstsitz in Isen hat und jetzt im Gespräch mit der Heimatzeitung gewissermaßen Vollzug melden konnte: Die Beschilderung sei abgeschlossen. Er dankte in diesem Zusammenhang den Gemeinden, die das Aufstellen der Schilder mit den genormten Tafeln übernommen hätten. Auch die Grundstückseigentümer seien zu fragen gewesen, dazu die Straßenverkehrsbehörden, weil jede Beschilderung im Straßenbereich zustimmungspflichtig sei. „Das hat eben seine Zeit gedauert“, sagt Klutschewski.

Die Tafeln mit dem grün-weißen Piktogramm für „Sammelstelle“ haben alle eine Nummer. Diese wiederum ist bei der Rettungsleitstelle hinterlegt, und zwar mit den GPS-Koordinaten und einer Beschreibung des Standorts. Wer also einen Unfall melden muss, brauche, so Klutschewski, nur diese Nummer durchzugeben, kombiniert mit den erforderlichen Angaben, was passiert ist.

„Wenn jemand einen Unfall melden muss, hat der oft Panik. In der Leitstelle müssen die Leute jedoch die Ruhe bewahren und sich die erforderlichen Informationen holen“, ergänzt Stefan Warsönke, Bereichsleiter Forst im Amt für Landwirtschaft. Zu diesen Informationen gehört auch, ob der Unfallort mitten im Wald mit normalen Rettungswagen anfahrbar ist und ob die Feuerwehr mit einer Kettensäge alarmiert werden muss.

Klutschewski erinnert in diesem Zusammenhang auch an die geltenden Unfallverhütungvorschriften, wonach jemand, der mit Seilwinde oder Motorsäge im Wald zugange ist, nicht allein tätig sein sollte. „Wenn der bewusstlos ist, nutzt ihm das alles nämlich gar nichts“, erklärt er.

Die Feuerwehrler sollten sich, so die Empfehlung Klutschewskis, die Daten der Rettungstreffpunkte in ihrem Bereich in Papierform ins Fahrzeug legen.

Wie immer, wenn im Bereich des Rettungswesens eine Neuerung eingetreten ist, muss geübt werden. Klutschewski auf Nachfrage: „Wir beabsichtigen, im Laufe des Jahres auch eine Rettungsübung abzuhalten.“ Das werde wohl im Juni sein, so die aktuelle Planung. Bei dieser Übung sollen die Feuerwehren eingebunden werden.

Download im Internet

Auf www.baysf.de/de/wald-erkunden/rettungstreffpunkte.html stellen die Bayerischen Staatsforsten die Rettungstreffpunkte im Wald zum Download bereit.

Klaus Kuhn

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