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S-Bahn-Ringschluss I: Aufhausen will nicht aus dem letzten Wagen purzeln

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Der S-Bahnhof in Aufhausen soll im Falle der Südeinschleifung um einen zweiten Bahnsteig erweitert werden. Die Bewohner des Ortsteils fühlen sich bei der Planung von Tunnels und Lärmschutz vernachlässigt. Foto: Macht
Der S-Bahnhof in Aufhausen soll im Falle der Südeinschleifung um einen zweiten Bahnsteig erweitert werden. Die Bewohner des Ortsteils fühlen sich bei der Planung von Tunnels und Lärmschutz vernachlässigt. Foto: Macht © AUTO_ERD

Erding - Das Wirtschaftsministerium ist bereit, mit der Stadt Erding den S-Bahn-Ringschluss einvernehmlich zu planen. Diesen Eindruck hat Winfried Busch von der Tunnel-Bürgerinitiative bei einem Gespräch in München gewonnen. In der Stadt selbst gewinnt der Streit über die Trasse an Schärfe.

Bislang war in Sachen S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange der Frontverlauf übersichtlich: Erding gegen Bahn und Ministerium. Nur eine im Stadtbereich untertunnelte Gleisführung sei denkbar. Jetzt, wo erste konkrete Pläne auf dem Tisch liegen, bröckelt die Einheit. Dies wurde beim Treffen der Bürgerinitiative (BI) Bahntunnel Erding am Mittwochabend im Gasthof Mayr-Wirt deutlich. Vor allem Bewohner aus Bergham und Aufhausen sehen sich als Stiefkinder und bei der Planung von Tunnels und Lärmschutz vernachlässigt. An BI-Chef Winfried Busch wurde Kritik laut. Dieser konterte: Jeder könne sich in der BI engagieren. Und: „Verhandelt und entschieden wird im Stadtrat. Das sind die gewählten Vertreter.“

Zuvor hatte Busch erläutert, warum das Bündnis derzeit die Südeinschleifung der Regionalbahn bei Aufhausen auf die S-Bahn-Gleise favorisiere. „Ein nicht unerheblicher Teil unserer Tunnelforderung ist in diesen Plänen bereits enthalten.“ Der Durchschneidung der Stadt sei damit teils Einhalt geboten - „beides maßgebliche Forderungen der BI“, so Busch, der deutlich machte, dass die vorgelegte Planung noch unzureichend sei: „Wir brauchen auch im Süden der Stadt, vor allem in Altenerding, Tunnel- oder Troglösungen.“

Der BI-Vorsitzende berichtete von einem Gespräch mit Hans-Peter Göttler, Planungschef im Wirtschaftsministerium. „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man in München zu gemeinsamen Lösungen etwa in Altenerding und Langengeisling bereit ist. Die wollen den Konsens”, so Buschs Fazit. Sein Appell an Stadtrat und Bürgermeister Max Gotz (CSU): „Nehmen Sie dieses Angebot an.” Sonst sei das Gesamtprojekt in Gefahr.

In der Debatte meldeten sich vor allem Bürger aus Bergham und Aufhausen zu Wort. Korbinian Leneis fragte: „Und was ist mit uns?” Man diskutiere nur über Schutzmaßnahmen in Altenerding, Erding und Langengeisling. „Für uns hat sich bislang keiner interessiert.” Busch erwiderte, ein Tunnel sei hier unwahrscheinlich. Es müssten andere Lösungen her.

Die Beschränkung auf die Tunnelfrage war auch Peter Badmann zu wenig. „Wir im Süden der Stadt bekommen mehr ab, nicht nur mehr S-Bahnen, sondern dann auch die Regionalbahn.” Daher sei für ihn die Nordeinschleifung die bessere Variante. Ihn belehrte Busch, dass auch dann mehr Züge, nämlich S-Bahnen im Zehn-Minuten-Takt, fahren. „Dann bekommen Sie aber gar nichts zur Entlastung.”

Der Südlösung das Wort redete ein Langengeislinger. „Sonst werden unser Ortsteil und einige tausend Bürger einfach abgeschnitten.” Zum Schluss erklärte Busch, er gehe davon aus, dass die Diskussion im Stadtrat weitergehe. „Und ich glaube, es wird dort einen Konsens geben.”

ham

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