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S-Bahn-Ringschluss: "Erding Jetzt" schwenkt auf Südtrasse um

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Der Erdinger Bahnhof (Mitte) könnte bei der Südlösung von Ringschluss und Walpertskirchener Spange erhalten bleiben. Erding Jetzt favorisiert die zentrumsnahe Lösung und verlangt von Bürgermeister Max Gotz ein Umdenken. © Seeholzer

Erding - Die "Erding Jetzt"-Fraktion im Stadtrat fordert ein radikales Umdenken in Sachen S-Bahn-Ringschluss und Walpertskirchener Spange. Hans Egger gibt dem Fliegerhorst-Bahnhof keine Chance mehr.

Die Südlösung habe dagegen durchaus ihren Charme. Nur sie sei realisierbar.

Mit ihrem klaren Bekenntnis zur Südeinschleifung der Walpertskirchener Spange auf die S-Bahntrasse bei Aufhausen sowie zum Erhalt des Erdinger Bahnhofs hat sich nach der SPD mit Erding Jetzt nun die zweite Gruppierung im Stadtrat klar positioniert. Fraktionschef Hans Egger betonte am Freitag in einer Pressekonferenz, er wisse von etlichen weiteren Stadträten, die ähnlich dächten. Den Weg an die Öffentlichkeit wählten neben Egger seine Stadtratskollegen Hans Balbach und Hugo Gruber sowie Vorsitzende Heike Langwieser, weil Bürgermeister Max Gotz (CSU) zuletzt immer wieder betont hatte, er stehe weiter zur alternativlosen Nordeinschleifung und zum Kreuzungsbahnhof im Fliegerhorst.

Eine Haltung, für die Egger nur bedingt Verständnis aufbringen kann. „Die Vertreter des Wirtschaftsministeriums haben in der Stadtratssitzung Ende Juli deutlich signalisiert, dass sie die Südvariante favorisieren, weil sie zum einen längere Tunnelbauwerke im Nordosten Erdings aufweist, sie weder eines neuen Bahnhofs noch größerer Flächen im Fliegerhorst bedarf sowie deutlich kostengünstiger ist.“ Egger fordert: „Auch die CSU muss sich diesen veränderten Tatsachen stellen.“ Er habe Verständnis dafür, dass es schwer falle, von einer Planung abzulassen, die man jahrelang vorangetrieben habe. „Aber jetzt haben wir andere Realitäten“, so Egger.

Zu der gehört auch, dass Erding Jetzt die Südlösung in ihrer vom Ministerium vorgestellten Variante nicht 1:1 zu übernehmen bereit ist. „Wir haben einige zwingend notwendige Voraussetzungen. Nur wenn die erfüllt sind, können wir zustimmen“, so Egger. Dazu gehört eine komplette Untertunnelung beziehungsweise Einhausung der Gleise zwischen Altenerding-Süd und Langengeisling/Kehr. Die Trassenführung darf den Individualverkehr nicht weiter beeinträchtigen, sprich: Erding Jetzt stören die beschrankten Bahnübergänge. Zusätzlicher Lärm darf für die Anrainer nicht entstehen. Die Stadt Erding muss zudem finanziell in der Lage sein, ihren Anteil zu übernehmen. Und: Im Zuge des Umbaus müssen der Straßenverkehr von und zu den Haltestellen sowie die Parkplatzsituationen verbessert werde.

Balbach macht deutlich, der Pendlerverkehr dürfe nicht den Bahnhof Erding ansteuern. „Wir halten einen neuen Bahnhof für sinnvoller, der die Stationen Aufhausen und Altenerding auf Höhe der Riemerschmidhallen in B 388-Nähe vereint.“ Dort könnten auch großzügige P & R-Flächen geschaffen werden. Der neue Halt in Schwaigermoos müsste nach Vorstellung Grubers so in Richtung Erding verschoben werden, dass Pendler dort parken können und eine Verknüpfung mit der Erdinger Nordumfahrung möglich ist.

Balbach hat Vorschläge, die über das Stadtgebiet hinausreichen. Interessantester Punkt: Er regt an, den Bahnübergang an der Wiflinger Straße bei St. Koloman zu schließen und die Staatsstraße östlich der Gleise zu verlegen. Die Schlossallee könnte dann über eine Brücke über die Gleise geführt werden und direkt in den SemptPark münden. Gruber findet die Idee gut: „Das wäre eine echte Entlastung für Aufhausen und den dortigen Übergang.“

Egger sieht gute Chancen, nach 30 Jahren doch noch zu einer Lösung zu kommen. „Mein Eindruck ist, das Wirtschaftsministerium will das Projekt wirklich. Erding geht es genauso. Das Vernünftigste wäre doch, jetzt konstruktiv zusammenzuarbeiten.“ Langwieser wird noch deutlicher: „Staat und Stadt haben in vielen Punkten doch gemeinsame Interessen.“

(Hans Moritz)

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