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S-Bahn: Ringschluss zum Flughafen schon 2017?

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Die neuen Pläne: So plant das Wirtschaftsministerium den S-Bahn-Ringschluss und die Regionalbahnanbindung durch das Stadtgebiet von Erding. © Skizze: Wirtschaftsministerium

Erding - Läuft alles nach Plan, könnte der S-Bahn-Ringschluss von Erding zum Flughafen ab 2017 gebaut werden. Am Freitag stellte Verkehrsminister Martin Zeil die Pläne für die Trasse durch Erding vor – ein historisches Projekt.

Der S-Bahn-Ringschluss als zweite Gleisanbindung des Flughafens München sowie die Anbindung an die Regionalbahn München – Mühldorf war der Region schon 1992 zur Eröffnung von „Franz Josef Strauß“ versprochen worden. Leere Worte, bis Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) beides in seinen Bahnknoten München packte.

Eines der größte Hindernisse stellte die Trassenführung durch Erding dar. Bisher sah das Ministerium, das für die Deutsche Bahn plant, eine relativ rigide oberirdische Planung vor, die ganze Ortsteile abzutrennen drohte. Der Stadtrat sagte Nein, Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) trat vor einem Jahr in Dauerverhandlungen mit Zeil ein. Gestern präsentierten sie die Ergebnisse, die vieles in neuem Licht erscheinen lassen.

Erding wird im Bereich des Fliegerhorstes als Ersatz für die derzeitige Endstation einen neuen Bahnhof bekommen, an dem S-Bahnen und Regionalzüge aufeinander stoßen – und unterirdisch. Die Idee eines Kreuzungsbahnhofs wurde verworfen. In Richtung Flughafen geht es nach den neuen Zeichnungen in einem gemeinsamen dreigleisigen Bett. Erst außerhalb der Stadt kommen die Züge wieder ans Tageslicht.

Der neue Bahnhof, sagte Chefplaner Rudolf Wagenspanner, bekomme eine leistungsfähige P & R-Anlage, einen Busbahnhof und zwei Fuß- und Radwege zum Stadtkern. Zeil betonte, diese Lösung tangiere die Planungshoheit der Stadt am geringsten. Mit OB Gotz war er sich einig: „Entscheidend ist, dass Lengengeisling nicht von der Stadt abgetrennt wird.

Nichts getan hat sich allerdings im Süden. Das Ministerium sieht bei gleich drei Übergängen in Altenerding und Erding „keine Notwendigkeit“, diese zu beseitigen. Dies ist eine klare Forderung der Stadt vor dem Hintergrund von stündlichen Schließzeiten von oft über 20 Minuten. „Entweder die Stadt bezahlt das, oder man verabschiedet sich“, so der FDP-Politiker. Gotz erinnerte an die dritte Option: „Ministerpräsident Horst Seehofer hat hierfür Sondermittel zugesagt. Darauf pochen wir.“ Zeil entgegnete, er könne sich nicht vorstellen, woher das Geld kommen solle.

Bei den Bürgerinitiativen kommen die Pläne relativ gut weg. Winfried Busch von der BI Bahntunnel und Peter Badmann von der Vertretung der Bürger im Süden der Kreisstadt erklärten, die neuen Zeichnungen seien viel versprechend, die Entlastung des Nordens gelungen. Allerdings werde man mit der Politik weiter um die Gleis-Tieferlegung im Süden ringen.

Wagenspanner wiegelte ab: Trotz neuen 15-Minuten-Takts gewährleisteten digital gesteuerte Schranken maximale Schließzeiten von 16 Minuten. In Erding sieht man das positiv, verlangt aber einen Beweis der Planer.

Zur Zeitachse sagte Zeil: „Die Planfeststellungsunterlagen könnten wir im ersten Halbjahr 2013 abschließen. Die Bahn müsste dann beim Eisenbahnbundesamt die Genehmigung beantragen.“ Ohne Klage sie mit drei Jahren zu rechnen. Der Bau werde vier bis fünf Jahre dauern.

Hans Moritz

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