S-Bahn-Ringschluss: Der nächste Termin ist verstrichen

Erding/München - Die Feinplanung für den S-Bahn-Ringschluss lässt weiter auf sich warten. Der anvisierte Termin im Mai/Juni ist nicht zu halten.

Damit ist nach wie vor offen, wo die Walpertskirchener Spange die Stadt Erding erreicht.

Konkrete Pläne gibt es bislang nur für die Neufahrner Kurve und ein Überführungsbauwerk am Flughafen - beides Bestandteile westlich des Moos-Airports. Für den Abschnitt bis Erding liegen weiter nur Vorplanungen vor. Dies erklärte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums auf Nachfrage unserer Zeitung. Damit dürfte ein weiterer vom Ministerium zu einem früheren Zeitpunkt genannter Termin hinfällig werden. Im Mai beziehungsweise Juni wollte Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) ursprünglich die konkreten Pläne den betroffenen Kommunen vorlegen.

Die Sprecherin des Ministeriums kündigte an, dass es voraussichtlich im Sommer so weit sein werde. Vor allem die drängende Frage nach dem Verlauf der Walpertskirchener Spange kann folglich weiter nicht beantwortet werden. Die Entscheidung über die Südeinschleifung bei Aufhausen beziehungsweise über die Nordanbindung direkt ins Fliegerhorst-Areal habe bislang nicht getroffen werden können, „da zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht alle entscheidungsrelevanten Kriterien vorliegen“, heißt es aus dem Hause Zeils. So gibt es noch keine Bewertung darüber, welche Trasse gesamtvolkswirtschaftlich besser da steht, sprich welche die rentablere ist. Auch gab das Ministerium zu, noch keine Angaben zur Höhe der Kosten für die Ersatzinfrastruktur auf dem Militärgelände, sprich den neuen, mehrgeschossigen Fliegerhorst-Bahnhof machen zu können. Wie berichtet, geht man in München davon aus, dass die Südeinschleifung - die Regionalbahn aus Südostbayern soll auf Höhe des Aufhausener Schlosses auf die S-Bahn-Gleise geleitet und dann oberirdisch durch Erding geführt werden - keinen neuen Bahnhof benötigt, sondern die bisherige Endhaltestelle Erding ausreicht. Lange Zeit hatte es geheißen, die Südeinschleifung stelle lediglich eine Rechtfertigungsplanung für die seit Jahren bekannte und bereits raumgeordnete Trassenführung aus Nordosten dar.

Zeil wird die Ergebnisse zunächst mit den Gemeinden, vor allem der am stärksten betroffenen Stadt Erding besprechen. Aus dem Ministerium hieß es gestern erneut, die Kreisstadt solle in den Entscheidungsprozess eingebunden werden.

Dass es dazu kommt, davon ist man in der Behörde Zeils überzeugt. Für das laufende Genehmigungsverfahren der Neufahrner Kurve sind eineinhalb Jahre eingeplant, so dass 2012 mit dem Bau und 2016 mit der Fertigstellung gerechnet wird. Dieser Abschnitt wurde bereits der Deutschen Bahn übertragen. Die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens wurde beim Eisenbahnbundesamt, das dem Bundesverkehrsministerium untersteht, beantragt. Die öffentliche Auslegung der Unterlagen wird durch die Regierung von Oberbayern erfolgen.

Was den Lückenschluss Erding - Flughafen sowie die Walpertskirchener Spange betrifft, äußerte sich die Sprecherin nur zur grob geschätzten Bauzeit. Die soll jeweils fünf Jahre dauern.

(Hans Moritz)

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