KAB-Vortrag

Saatgutkonzerne: Gute Geschäfte durch die Entwicklungshilfe

Taufkirchen – Saatgutkonzerne machen in der so genannten Dritten Welt auf Kosten der Kleinbauern satte Gewinne. Auch das ist ein Ursache, warum Millionen Menschen auf der Flucht sind. Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) hat sich zum Jahresauftakt in Taufkirchen mit dem Thema auseinander gesetzt.

Die KAB hat sich dazu mit Josef Elas vom Verein „FÖLA – Förderung der Landwirtschaft in Afrika“ unterhalten. Der ehemalige Vorstand mehrere Genossenschaftsbanken engagiert sich seit 2008 in der Entwicklungshilfe und geht andere Wege, als das zuständige Ministerium, dem er nichts abgewinnen kann. Zwar halte der derzeitige Minister Gerd Müller (CSU) „salbungsvolle Reden“, wirkliche Veränderungen im Ministerium seien aber nicht erkennbar, heißt es dazu in einer Mitteilung von KAB-Diözesansekretär Rainer Forster. Als Partner hole man Saatgutkonzerne wie Syngenta, BASF und Monsanto für den Aufbau der dortigen Landwirtschaft. Ganz selbstverständlich werde auf der Homepage des Ministeriums für das Programm „German Food Partnership“ damit geworben, dass sich das Engagement der Konzerne auch finanziell für sie lohnen werde.

Über die Entwicklungshilfe erhielten die börsennotierten Unternehmen mehr als nur einen Marktzugang. „Sie machen auf Kosten der dort lebenden Kleinbauern ordentlich Gewinne.“ Die Kleinbauern würden nämlich entweder von ihren Feldern vertrieben oder mit Hybridsaatgut von diesen Saatgutherstellern abhängig gemacht.

KAB-Mitglied Gottfried Traber verstärkte die Aussagen von Elas und ergänzte, dass laut einer Studie von Oxfam „die Unternehmen der sieben führenden Industrieländer mit manipulierten Verrechnungspreisen und Steuertricks die Entwicklungsländern pro Jahr um 100 Milliarden Dollar (etwa 92 Milliarden Euro) prellen.“ Was auf den Feldern der Investoren wachse, würde nicht für den heimischen Markt produziert, da die Leute auch nicht über das nötige Geld verfügten, sondern für den Weltmarkt. Die Folgen der niedrigen Weltmarktpreise würden sich auch auf unsere bayerischen Bauern auswirken.

Die KAB will daher ihren traditionellen Hungermarsch, eine Solidaritätsaktion für die Länder des Südens, dieses Jahr unter dem Motto „Satt ist gut – Saatgut ist besser!“ stehen. Der Erlös soll für samenfestes Saatgut an FÖLA übergeben werden. Mit der aktuellen Petition „Ackern für die Zukunft!“ will man Minister Gerd Müller auf die Probleme der Kleinbauern aufmerksam machen.  ar

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