Hohe Baukunst in den Baumwipfeln: Die Nester der Saatkrähen sind seithin sichtbar. foto/Archiv: Kressierer

Saatkrähen: Bauhof entfernt Nester

Erding - Einen neuen Anlauf, die Saatkrähen-Plage in den Griff zu kriegen, unternimmt die Stadt Erding. In zehn Splitterkolonien werden jetzt die Nester entfernt.

In verschiedenen Teilen des Stadtgebiets werden in den kommenden Wochen die Saatkrähen in Splitterkolonien vergrämt. Das teilte Stadtsprecher Christian Wanninger mit: „Die Maßnahmen sind nötig, da die Krähen durch ihr Krächzen als große Lärmquelle gelten.“

Laut dem von der Stadt erstellten ornithologischen Begleitgutachten existieren derzeit zehn Splitterkolonien mit etwa 100 Krähen. Hier sollen der Bauhof-Mitarbeiter tätig werden. Bis 28. Februar haben sie Zeit, die Nester dort zu entfernen - mit Hilfe von Hebebühnen. Dann beginnt die Brutzeit und ein Eingriff ist aus naturschutzrechtlicher Sicht untersagt.

Bereits vergangenen Februar hatte man auf diese Weise 100 Nester aus den Astgabeln gehoben. Einige von ihnen mehrfach, denn die schlauen Krähen lassen sich nicht so einfach aus ihrem gewohnten Terrain vertreiben. Das heißt, sie bauen einfach wieder neue Nester - unmittelbar neben den alten.

Mittlerweile gibt es laut Wanninger 512 Brutpaare im Stadtgebiet, 413 davon leben im Stadtpark. Dort verursachen sie nicht nur Lärm, sondern auch Dreck. Diese Hauptkolonie ist unantastbar, „da Saatkrähen im Bundesnaturschutzgesetz als besonders geschützte Art eingestuft sind und ihre Fortpflanzungs- oder Ruhestätten daher weder beschädigt noch zerstört werden dürfen“, so Wanninger. Eine Vergrämung sei nur bei Splitterkolonien und dank der artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung der Regierung von Oberbayern möglich.

Die Nester werden also nun an der Dorfstraße in Siglfing, der Lebzelter-, Georgen-, Stefan-, Goethe- und Krankenhausstraße, zwischen Hölderlin- und Landgestütstraße und Am Rätschenbach entfernt. Der Einsatz eines Falken ist nicht mehr vorgesehen. Er wäre nur in einer Splittersiedlung möglich gewesen, so Wanninger: „Hier stehen Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis.“ (Gabi Zierz)

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