Die Abiturienten des Anne-Frank-Gymnasiums mit Schulleiterin Helma Wenzel (3. Reihe,  r.). Foto: Bauersachs

„Sagenhafter Durchschnitt von 2,18“

Erding - Glückliche 112 Abiturienten des Anne-Frank-Gymnasiums (AFG) und ihre stolzen Eltern und Verwandten füllten am Freitagabend die Stadthalle zur großen Abschlussfeier ihrer Schulzeit.

Die Abiturfeier der Absolventen des AFG begann heiter vor den Toren mit einem Sektempfang und setzte sich in der voll besetzten Stadthalle fort. Mit musikalischer Umrahmung und Grußworten, bei denen der stellvertretende Landrat Jakob Schwimmer das von ihm für die Menschenrechte gesetzte Rede-Limit auf 15 Minuten hochschraubte. Immerhin hatten die 112 Abiturienten mit 2,18 „einen sagenhaften Durchschnitt erreicht“. Dreien steht die Note 1,0 zu. „Ein Grund zum Feiern“, so Schwimmer, „und die Freiheit, die vor ihnen liegt, zu genießen“. Die Hochschulreife erreicht zu haben, sei noch einige Wochen berauschend, werde aber wie eine Droge nachlassen. Es sei keine grenzenlose Freiheit, sondern bringe die Berufsauswahl und deren Umsetzung mit sich.

Oberbürgermeister Max Gotz beglückwünschte zum Zeugnis auf das man lange hingearbeitet habe. Die Absolventen sollten sich nun Zeit für einen Entschleunigungsprozess nehmen, um die Zukunft zu planen.

Schulleiterin Helma Wenzl wollte keine langen Grußworte ausrichten, sondern sprach „von einem besonderen, großen, netten Jahrgang“. Auch Ratschläge wollte sie nur bedingt erteilen. „Ihr werdet selber wissen, was ihr wollt und lasst euch nicht zu einem Studium drängen, von dem ihr nicht überzeugt seid.“ Ihr Dank galt auch den Eltern, „die getröstet und das Taschentuch bereit gehalten haben“. Ebenso dankte sie den Lehrkräften, die alle über so viele Hürden geholfen haben und nicht zuletzt dem Sekretariat, welches mit Eisbeuteln bei Verletzungen dienen und so manches Fundstück seinem Besitzer überreichen konnte.

Die Abiturrede der Schüler fiel Christopher Schmalz und Matthias Wiesemess zu, die sie nahezu kabarettistisch meisterten. Die Themen wurden „zufällig aus einem Lostopf“ ausgewählt und darunter befand sich auch das Tagebuch eines Lehrers. Der vermerkte verzweifelt, dass er nach dem Hinweis, er sei Imker gebeten wurde, ein Glas Marmelade mitzubringen. Auch sein Mathekurs machte ihn fertig „und die Schüler denken immer noch, dass es sich bei der durchsichtigen Flüssigkeit in der Flasche um Wasser handelt“. Dass man bei Studienfahrten alle Regeln gebrochen habe, war für die beiden Redner eine Selbstverständlichkeit, und zum Ausfüllen eines Entschuldigungsformulars gab es wertvolle Tipps. Zum einen, dass keine nachprüfbaren Krankheiten angegeben werden sollten, zum anderen, dass die Notwendigkeit einer Unterschriftsfälschung mit dem Erreichen der Volljährigkeit entfällt. Abschließend gab es aber doch ein klein wenig Wehmut. Die Schule war unser zweites Zuhause“, erklärte Matthias Wiesemess, „und ich verlasse es nicht gerne“. (gse)

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