Die Wunschtrasse aus Erdinger Sicht ist die schwarz gestrichelte Linie ganz im Osten. Offiziell gibt es diese Planungsvariante ebenso nicht mehr wie die oft als „Horrortrasse“ betitelte Variante ganz im Westen.	Auf dieser Karte von 2014 sind sie noch zu sehen.
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Die Wunschtrasse aus Erdinger Sicht ist die schwarz gestrichelte Linie ganz im Osten. Offiziell gibt es diese Planungsvariante ebenso nicht mehr wie die oft als „Horrortrasse“ betitelte Variante ganz im Westen. Auf dieser Karte von 2014 sind sie noch zu sehen.

Verbündete in anderen Landkreisen nötig

B 15 neu: CSU sucht den Schulterschluss Im Kreis Erding und neue Verbündete

  • vonTimo Aichele
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Der Landkreis Mühldorf wehrt sich gegen eine neu gebaute B 15 auf eigener Flur. Auf Erdinger Seite fürchten die Bürger den Ausbau der alten B 15. Dann würde der Verkehr noch schlimmer werden. Die CSU St. Wolfgang hat zu dem Thema ein Treffen initiiert, um sich für den Kampf zu wappnen.

St. Wolfgang – Die B 15 neu ist zwischen Regensburg und Landshut quasi eine vierspurige Autobahn. Doch über welche Route fließt dieser Verkehr weiter nach Süden? Diese Sorge treibt viele Menschen um – insbesondere an der alten B 15, auf der gewaltiger Verkehr durchrollt. Daher hatte der CSU-Ortsverband St. Wolfgang Parteifreunde zu einer Positionierungsrunde eingeladen.

Die Anwesenden waren sich einig: Im Kreis Erding und insbesondere in den B 15-Gemeinden Dorfen, Taufkirchen und St. Wolfgang ist ein enger Schulterschluss nötig. Außerdem müssen weitere Verbündete gesucht werden.

Es gehe darum, „dass wir uns im Landkreis nicht wegducken“, erklärte Georg Hofmeister, Vorsitzender der CSU St. Wolfgang, bei der Begrüßung. Neben örtlichen Mitgliedern waren Landrat Martin Bayerstorfer, MdB Andreas Lenz, MdL Ulrike Scharf und Taufkirchens Altbürgermeister Franz Hofstetter zu der Diskussion am Dienstagabend im Gasthaus Wimmer in Klaus gekommen. Bernhard Brielmaier vertrat als Vorsitzender den Ortsverband Holzland. Dorfens Bürgermeister Heinz Grundner oder ein Vertreter wurden vermisst.

„Es ist wichtig, dass wir die Geschlossenheit auch beschlussmäßig herstellen“, betonte Bayerstorfer. Der neue Mühldorfer Landrat Max Heimerl sei „klar positioniert“, nämlich gegen die raumgeordnete Trasse durch seinen Landkreis. Dort werde argumentiert, dass in der heutigen Zeit überhaupt keine Großprojekte mehr durchgezogen werden könnten.

„Deswegen müssen wir uns Verbündete suchen“, sagte Bayerstorfer. Diese seien auch in den Kreisen Freising, Ebersberg und München zu finden. Denn eine B 15neu entlaste die gesamte Nord-Süd-Verkehrsachse. Auch der Landshuter Landrat Peter Dreier sei für den Ostkorridor. „Wenn es am Ende ein einziger Landkreis ist. . .“, meinte der Landrat zum Widerstand aus Mühldorf. Aber sogar dort gebe es Befürworter der Linienführung im Osten, ergänzte Lenz

Mit Blick auf den Karten diskutierten (v. l.) Michael Göschl, Andreas Lenz, Ulrike Scharf und Franz Hofstetter über verträgliche und weniger verträgliche Linienführungen der B15neu.

„Die Entscheidung trifft der Freistaat“, das habe Verkehrsministerin Kerstin Schreyer gesagt, so der Landrat. „Wir haben erreicht, dass die Trasse im Kreis Erding vom Tisch ist“, sagte Scharf in Anspielung auf einen bayerischen Kabinettsbeschluss von 2015. „Jetzt liegt der Ball bei uns im Landkreis.“ Der Landtag habe sich noch nicht mit der B15neu beschäftigt. „Und das Straßenbauamt plant noch nicht bei uns“, so Scharf. Die Konzentration liege weiter auf der Ost-Süd-Umfahrung von Landshut.

Michael Göschl hatte eine aufwändige Präsentation vorbereitet, in der er verschiedene Perspektiven der Problematik aufzeigte – von der EU bis hin zur lokalen Ebene, von der Straße bis zur Schiene. Die EU-Verkehrsinfrastrukturpolitik gehe von stark wachsendem Verkehr auf Schiene und Straße aus, sagte er. Dieser Druck finde auch in der Zielsetzung für die B15neu Niederschlag. Unter anderem gehe es um die Erschließung Ostbayerns sowie die Verbindung von Oberzentren, Industrieregionen und Autobahnen.

Die A99 als Verbindung von A9 und A8 „kann das nicht mehr bewältigen. Es ist deutlich zu sehen: München ist voll. Deswegen brauchen wir eine Lösung Richtung Osten“, erklärte Göschl. Von einer B15neu auf einer östlichen Trasse könnten vor allem Wirtschaftsstandorte in den Landkreisen Landshut und Mühldorf profitieren, meinte Göschl, etwa Vilsbiburg, Velden oder Ampfing.

Lange war für die B15neu eine Linienführung im Landkreis Mühldorf raumgeordnet. Nach den Diskussionen um eine Trasse westlich der bisherigen Bundesstraße gibt der Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) hier keine konkrete Auskunft. Die Darstellung als gerade Linie von Norden nach Süden bringe „klar zum Ausdruck, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine Festlegung über die konkrete Ausgestaltung gibt“, so Göschl.

„Ich bin überzeugt, dass wir alles drei brauchen: die B 15 alt, die B 299 und die neue Trasse“, sagte Hofstetter. „Die B 299 ist auf der ganzen Linie stark belastet“, bestätigte Göschl. Deswegen sei in diesem Bereich das Interesse an einer B 15 neu groß.

Er sprach sich für die am weitesten östlich verlaufende Trasse aus. Nur diese könne den Orten im Kreis Landshut Entlastung bringen und gleichzeitig den in Wirtschaftskraft und Arbeitslosigkeit hinterhinkenden Kreis Mühldorf anbinden.

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