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Freut sich auf den Festgottesdienst: Pfarrer Michael Henger begeht sein 40-jähriges Prieste rjubiläum. 

40-jähriges Priesterjubiläum von Michael Henger

Für Gott das Leben aufs Spiel gesetzt

Seit 40 Jahren steht Michael Henger im Dienste Gottes und seiner Schäfchen in St. Wolfgang. So lange ist er schon Pfarrer. Sein Weg zum Diener Gottes war nicht immer einfach, bisweilen sogar lebensgefährlich.

St. Wolfgang Grund zum Feiern gibt es im Pfarrverband St. Wolfgang-Schwindkirchen. Vor knapp sechs Jahren hat dort Michael Henger als Pfarradministrator den Verband übernommen. Am morgigen Sonntag um 10 Uhr feiert er nun mit den Gläubigen seiner Pfarrgemeinden 40-jähriges Priesterjubiläum mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche Schwindkirchen und anschließendem Stehempfang.

Bevor Henger an die Goldach berufen wurde, war er 18 Jahre lang in Wartenberg für die Seelsorge verantwortlich gewesen. Seit Anfang September 2012 wirkt der Geistliche nun in den Pfarreien St. Wolfgang, Schwindkirchen und Schönbrunn. Seinen Wohnsitz hatte der sympathische, seit gestern 65-Jährige wie seine Vorgänger traditionell in der Pfarrei Schwindkirchen bezogen.

Henger kommt aus einer sehr gläubigen Familie. Geboren ist er 1953 im westrumänischen Sanktanna, im früheren schwäbischen Banat. Natürlich war er Ministrant. Schon fast vergessen ist heute, dass damals in den 50er Jahren Rumänien viele gläubige Menschen unter der kommunistischen Führung und später unter Diktator Ceausescu zu leiden hatten.

Den Glauben zu leben, das war in Rumänien damals „nicht immer einfach“. Christ sein und leben wurde in den Kirchen geduldet. In den Schulen war Religion dagegen tabu. Henger macht auch mal Bekanntschaft mit dem gefürchteten Geheimdienst Securitate.

Dennoch zog es Henger zum Glauben, und er studierte Theologie. Allen Widrigkeiten zum Trotz folgte er der Spur Gottes und empfing 1978 im rumänischen Alba Julia (früher Siebenbürgen) die Priesterweihe. Es folgten zwei Jahre als Kaplan, danach war er neun Jahre als Pfarrer in Ferdinandsberg tätig.

Im September 1989 entschied er sich zu einer abenteuerlichen Flucht. Nach heftigen Unruhen wurde Diktator Ceausescu an Weinachten 1989 von Militärmitgliedern exekutiert. Da war der Priester-Jubilar schon in Deutschland. Henger war über die Donau geflohen, erst nach Jugoslawien und dann weiter nach Westen. Wäre der Fluchtversuch gescheitert, „wäre das lebensgefährlich gewesen“. Wäre er geschnappt worden, hätte das mindestens Schläge im Gefängnis und die Suspension vom Pfarrdienst nach sich gezogen – „oder ich wäre gleich zu Fischfutter im Fluss geworden“.

1990 trat Henger seinen Dienst im erzbischöflichen Bistum München-Freising an. Fast zwei Jahre war er Kaplan in Dorfen, es folgten drei Jahre in Rosenheim. Dann ging er zur Seelsorge noch mal für ein halbes Jahr in seine rumänische Heimat. Seine neue Heimat wurde 1994 endgültig Deutschland – mit der Übernahme seiner ersten Pfarrei in Wartenberg. Die Eingliederung (Inkardinierung) in die Erzdiözese konnte erst im Oktober 1996 erfolgen, als ihn sein rumänischer Bischof freigegeben hatte.

Der Jubilar hat seine Entscheidung, sich mit Gott und den Mitchristen auf den Weg zu machen, nie bereut. „Ich bin gerne Priester“, sagt Henger. Er sehe sich nicht als moderner Pfarrer, es müsse nicht immer alles neu oder anders werden. Er sehe „das Gestern und Heute, die Zukunft“.

Trotz Moderne und Fortschritt – „die Menschen brauchen die Gottesebene, seinen Geist und auch die Gemeinschaft in der Kirche“. Schwindkirchen werde nun bis zu seiner Pensionierung die „letzte Stelle als Pfarrer sein“, erzählt Henger. Danach zieht es ihn zurück in Richtung seiner zweiten Heimat in Deutschland, und zwar nach Augsburg.

Hermann Weingartner

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