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Zum Mietwohnhaus soll das alte Schulhaus neben der Kirche in Schönbrunn umgebaut werden. 

Schönbrunn

Aus altem Schulhaus werden Mietwohnungen

Bezahlbaren Mietwohnraum schaffen und gleichzeitig die Ortsmitte wiederzubeleben sind das Ziel, das derzeit leer stehende alte Schulhaus im Ortszentrums Schönbrunn zu sanieren und umzubauen.

St. Wolfgang – Das gesamte Projekt ohne Förderung wird auf rund 1,1 Millionen Euro geschätzt, sagte St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) im Gemeinderat

Das Vorhaben ist Chefsache im Rathaus. Gaigl will das alte Schulhaus einer neuen Nutzung zuführen und vor allem Wohnraum auch für Familien schaffen, „dazu stehe ich“. Der Gemeinderat hat am Mittwochabend verschiedene Verwertungsmöglichkeiten des Gebäudes in kommunalem Eigentum (Immobilienleibrente) kontrovers beraten. Grundlage war eine Entwurfsplanung und Nutzungskonzept von Florian Wimmer und Stefan Storde (bau-punkt8-Ingenieure GmbH). Gaigl hätte die Immobilie zunächst ja gerne zum Bürgerhaus für die Ortsvereine umgenützt. Das wollten aber die Vereine nicht, die jetzt eine eigene Lösung verfolgen.

Jetzt ging es darum, welches Konzept mit dem Gebäude verfolgt werden soll. Mietwohnungen, Sozialwohnungen oder verkaufen standen zur Entscheidung. Das Planungsbüro aus Urtlfing hat den Bestand erfasst und ein Nutzungskonzept vorgelegt. Baukosten, Ausbau und Teileinrichtung samt Planung, Statik, Brandschutz und Außenanlagen, werden auf 1,1 Millionen Euro geschätzt, sagte Wimmer. Er räumte auf Nachfrage von Anton Daumoser (WG Gatterberg- Schönbrunn) ein, dass bei einer Altbausanierung eine Kostenmehrung nie ganz ausgeschlossen ist. Auch dafür seien Kosten eingeplant.

Die Entwurfsplanung sieht vor, dass das Dachgeschoss ungenützt bleibt. In dem Gebäude sollen vier Wohnungen entstehen, im Erdgeschoss zwei mit 71/73 Quadratmetern und im Obergeschoss zwei mit 96/74 Quadratmetern. Das Haus ist teilweise unterkellert. Was damit passiert ist noch unklar, denn die Räumlichkeiten habe man noch nicht untersuchen können. Dort könnte ein Raum für Kirchengerätschaften entstehen und die Haustechnik untergebracht werden. Dann würden die Wohnungen im Erdgeschoss etwas größer. Geplant sei, so Storde, die Fernwärme aus einer nahen Biogasanlage zu nützen.

Laut Regierung von Oberbayern, sagte Gaigl, sei das Schulhausprojekt mit 30 Prozent über das Kommunale Wohnbauförderungsprogramm ohne jegliche Auflagen, wie Mietpreisbindung, mit 30 Prozent förderfähig und in zwanzig Jahren abbezahlt. Der Freistaat Bayern unterstützt damit die Gemeinden, selbst Wohnraum zu planen und zu bauen. Wenn in dem Gebäude Wohnraum für sozialschwache Bürger geschaffen würde, seien staatliche Zuschüsse von 70 Prozent möglich.

Sozialwohnungsbau nicht gewünscht

Doch Sozialwohnungsbau wollte der Gemeinderat in Schönbrunn nicht. Mehrere Gemeinderäte sahen es als „keine Aufgabe“ und „keine Notwendigkeit“ für die Gemeinde, Mietwohnungen zu schaffen. In Schönbrunn wollten sich die jungen Leute eher eigene Häuser bauen, sagte Vizebürgermeister Konrad Bernhard (WG Gatterberg-Schönbrunn). Die Schönbrunner wollten aber selber keine Grundstücke für Bauland hergeben, klagte Magdalena Wandinger-Strauß (FW). Zudem gab es Bedenken, ob es dafür überhaupt Bedarf gibt und ob man bei „relativ hohen“ Baukosten die Wohnungen dann dauerhaft vermieten kann.

Wohnungen werden „immer wieder bei mir nachgefragt“, berichtete Gaigl. Es sei ihm „ein Anliegen“ Wohnraum zu schaffen, der dann zu ortsüblichen Miete angeboten werden könne. Das Finanzierungskonzept sei „solide“.

Michael Schrägle (FW) meinte, „de Junga sind gar ned so scharf auf Wohneigentum. Vier Wohnungen wären super“. Rupert Numberger (Entwicklung gemeinsam) glaubt, „auch Mietwohnungen sind angesagt“ und die Suche „nach Mietraum wird in unserer Gegend künftig noch massiver“. Bei dem Projekt „machen wir nix verkehrt“. Damit traf er die absolute Mehrheitsmeinung. Dem Ort Schönbrunn würde es auch „nicht schaden“, wenn es ein paar neue Bürger bekommen würde, meinte Josef Göschl (WG Armstorf).

Beschlossen wurde mit 14:3 Stimmen, dass die Gemeinde das Projekt selbst umsetzt. Dagegen stimmten Franz Finger, Anton Schneider (beide CSU) und Anton Daumoser. Zur Nutzung des dazugehörigen Grundstücks, das derzeit als Kirchenparkplatz genützt wird, wurde ein Beschluss vertagt. Hermann Weingartner

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