Fehlerhafte Ausschreibung

Breitband-Bremse

Die Ausschreibung für die Errichtung und den Betrieb eines hochleistungsfähigen Breitbandglasfasernetzes in noch unterversorgten Teilen des Gemeindegebiets von St. Wolfgang muss aufgehoben werden.

VON HERMANN WEINGARTNER

St. Wolfgang – Das habe sich erst kurzfristig vor der Sitzung ergeben, berichtete Verwaltungsleiter Christian Miksch dem Gemeinderat. Aufgrund einer fehlerhaften Ausschreibung wurde beschlossen, diese „vorsorglich“ aufzuheben und neu auszuschreiben.

Finanzielle Nachteile würden der Gemeinde dadurch nicht entstehen, versicherte der Verwaltungsleiter. Zu einer zeitlichen Verzögerung des Breitbandausbaus komme es dagegen schon.

Grund ist laut Miksch, dass die beiden vorliegenden Angebote mit Angebotssummen von rund 1,7 und 3,4 Millionen Euro „preislich exorbitant auseinander liegen“. Bei einer tiefer gehenden Prüfung der Planung sei aufgefallen, dass die ausgeschriebenen Breitbandanschlüsse teilweise nicht mit der Realität vor Ort zusammenpassen.

In Hadersberg seien „einige Anschlüsse“ übersehen worden. Die Ausschreibungen seien damit „nicht vergleichbar“, betonte Miksch. Ein Bewerber habe dies moniert und mitgeteilt, dass damit der Preis nicht gehalten werden könne.

Der neuen Ausschreibung könnten ein Teilnahmewettbewerb und ein Bietergespräch vorgeschaltet werden. Einer weiteren öffentlichen Ausschreibung bedürfe es dann nicht. Eine Erklärung für den Fehler habe das beauftragte Planungsbüro für die Durchführung des Breitbandprojekts nicht geliefert, sagte Gaigl. „Das hätte Fördergelder kosten“ und damit eine Mehrbelastung für Gemeinde bedeuten können.

„Die Gemeinde zahlt 25 000 Euro an das Planungsbüro – und dann so ein Fehler“, kritisierte Georg Hofmeister (WG Armstorf). Magdalena Wandinger-Strauß (FW) äußerte zudem ihren Unmut über die Telekom, die mit „vorsintflutlichen Methoden“ arbeite und Versorgungsleitungen in St. Wolfganger Siedlungsbereichen auf bestehende Telefon-Freileitungen montiere.

Rubriklistenbild: © THOMAS PLETTENBERG

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