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So soll es einmal ausschauen: Schützenmeister Johann Neumaier (l.) erklärte die neue Heimat für die Schönbrunner Dorfvereine.

Ein Heim für die Schönbrunner Vereine

Bürger bauen sich ein Dorfhaus

Schönbrunn - Die Jahre der Heimatlosigkeit von Schönbrunns Ortsvereinen sollen bis 2018 vorbei sein. Für rund 750 000 Euro ist unter Führung der Schönbrunner Frohsinn-Schützen ein eigenes Dorfhaus für alle Vereine geplant. Der Bauplan ist bereits genehmigt.

In Schönbrunn soll ein Bürgerhaus für die Ortsvereine gebaut werden. Die Bauherrschaft übernimmt der Frohsinn-Schützenverein. Der Gemeinderat St. Wolfgang hat dem Vorhaben bereits zugestimmt (wir berichteten) und gewährt ein Darlehen. Schützenmeister Johann Neumaier hatte am Montagabend zur Info-Veranstaltung ins Feuerwehrstüberl geladen, „weil viel geredet“ worden sei, aber „nicht alles gestimmt hat“.

Das Interesse war groß, denn im Stüberl drängten sich über 70 neugierige Zuhörer. Neumaier erklärte den aktuellen Stand. Vor drei Jahren habe der „Bräu“ (Dorfwirtschaft) zugesperrt. Seit dem seien alle Ortsvereine heimatlos. Damals noch unter Altbürgermeister Jakob Schwimmer sei eine Fläche am westlichen Ortsrand für eine Sportstätte mit Bürgerhaus vorgesehen worden. Der inzwischen neue Bürgermeister Ullrich Gaigl habe dann als Alternative die Ortsmitte ins Gespräch gebracht.

Die Gemeinde habe den „Bräu“ gekauft und für das Projekt vorgesehen. Der wäre eigentlich als Übergangslösung geplant gewesen, später sollte das Anwesen dahinter als Bürgerhaus zur Verfügung stehen, sagte Neumaier. „Daraus wurde aber nichts.“ Diese Offerte sei „definitiv gestorben“. Auch ein weiterer Vorstoß, das alte Schulhaus umzunützen, habe sich für die Schützen als nicht umsetzbar erwiesen. Die Ortsvereine hätten sich dann gemeinsam klar für die „ursprünglich bereits vorgesehene Lösung“ am westlichen Dorfrand ausgesprochen.

Der Schützenmeister stellte nun das Nutzungskonzept für das Dorfhaus vor. Bauherr seien die Schützen, weil sie als einziger Verein Zuschüsse für den Bau erhalten könnten. Das Dorfhaus stehe aber allen aktuellen und künftigen neuen Verein „gleichberechtigt“ zur Verfügung. Demnächst sollen die Nutzungsvereinbarungen mit der Gemeinde erfolgen, „am besten für 50 Jahre“. Intern regle dann jeder Verein seine Nutzung mit den Schützen. Beteiligt seien die Frohsinn-Schützen, Feuerwehr, Pfarrgemeinde und Pfarrei, Frauengemeinschaft, BBV-Gatterberg, Katholische Landjugend und Marianische Männerkongregation. Neben den spezifischen eigenen Vereinsveranstaltungen soll es auch allgemeine Veranstaltungen geben wie Fachvorträge, Frühschoppen oder Gesellschaftsabende. Auch Kulturveranstaltungen auf der Bühne seien denkbar.

Rund 570 Quadratmeter werde das Gebäude im Erdgeschoss und Keller haben, sagte Neumaier. Die Finanzierung der Gesamtkosten in Höhe von 750 000 Euro sei machbar, „wenn alle mithelfen“. Den Keller mit elf Schützenständen und drei Zimmerstutzenständen nützten vor allem die Schützen. Im Erdgeschoss ist unter anderem ein Gemeinschaftsraum, ein bewirteter Gastraum mit 80 Plätzen mit Bühne vorgesehen. Zwei weitere Räume sind für die Pfarrgemeinde geplant.

Hermann Weingartner

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