Volles Haus beim Schex: die St. Wolfganger Bürgerversammlung war gut besucht. Simon Döllel (am Mikrofon) aus Pumpernudel fragte nach dem Planungsstand zur B 15 neu. Aktuell soll der Gemeinde mit einer Ortsumfahrung der Trassenausbau schmackhaft gemacht werden.
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Volles Haus beim Schex: die St. Wolfganger Bürgerversammlung war gut besucht. Simon Döllel (am Mikrofon) aus Pumpernudel fragte nach dem Planungsstand zur B 15 neu. Aktuell soll der Gemeinde mit einer Ortsumfahrung der Trassenausbau schmackhaft gemacht werden.

Bürgerversammlung St. Wolfgang

Beim Verkehr drückt der Schuh

In der Bürgerversammlung St. Wolfgang äußern die Bürger vor allem Kritik an gefährlichen Straßenkreuzungen. Aber auch die Forderung nach Fußwegen wurde laut.

St. Wolfgang Von den Kindertagesstätten bis zur Kläranlage: St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl nutzte die Bürgerversammlung am Donnerstagabend, um neben Haushalt und laufenden Projekten auch den kommunalen Dienstleistungssektor darzustellen. Die Bürger drückte vor allem beim Verkehr der Schuh.

Mit rund 150 Besuchern war die Bürgerversammlung, die für alle Ortsteile im Gasthof Schex stattfand, gut besucht. Entsprechend groß war auch das Interesse der Bürger. Zwar lagen der Kommune nur zwei schriftliche Anträge vor: von Johann Graßer zur für Rettungskräfte unzureichenden Beschilderung im Baugebiet am Grünbachring und von Franz Pilz, der sich sich eine Begrünung der Lappacher Ortsmitte wünscht. Ans Saalmikrofon trauten sich dann noch drei weitere Bürger.

Franz Eder kritisierte, dass die Wernhardsberger auf ihrem Fußweg zum Einkaufsmarkt die B 15 in einem Bereich überqueren müssen, in dem Tempo 70 gilt. Seine Intervention bei den zuständigen Stellen habe ihm aber nur die Antwort eingebracht, dass die Tempo-Regelung mit einer Direktive der Bayerischen Staatsregierung zusammenhänge, welche mit der Geschwindigkeitsvorgabe für flüssigen Verkehr sorgen solle, erklärte er. „So kann man mit den Schwächsten der Gesellschaft nicht umgehen“, sagte Eder in der Bürgerversammlung. „Ein Wunder, dass hier noch nichts passiert ist.“

Simon Döllel aus Pumpernudel wollte den aktuellen Planungsstand zur B 15 neu wissen. Hier hatte Gaigl keine konkrete Antwort. „Ich weiß nichts Neues“, sagte er. Aktuell solle der Kommune mit einer Ortsumfahrung der Trassenausbau schmackhaft gemacht werden. „Wir müssen aber wissen, dass wir – wenn man eine Ortsumfahrung will – sehr viel Verkehr im Goldachtal zustimmen“, gab er zu bedenken.

Der Bürgermeister ging auch auf die A 94 ein, die auf einer Strecke von 1,6 Kilometern auf Gemeindegebiet verläuft. Während sich die Autobahn auf den Hauptort St. Wolfgang nicht auswirke, würde sich laut Prognose das Verkehrsaufkommen um rund 1500 Fahrzeuge aus Richtung ED 21 erhöhen, erklärte Gaigl.

Um bessere Verkehrsbedingungen vor allem für Kinder und Senioren ging es Eva Rottenwaller, die einen Weg an der Lappacher Straße bis zum Abzweig Hadersberger Straße wünscht. Wegen der schlechten Sichtverhältnisse, die eine Überquerung der Straße besonders für Kinder gefährlich mache, müsse der Weg auf der linken Straßenseite liegen, sagte die Lappacherin. Sie wurde von zahlreichen Bürgern bei ihrem Vorhaben unterstützt.

In seinem Appell, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen, bezog der Bürgermeister zum Verkehrsaufkommen Stellung. Wer beispielsweise mit der Buslinie 565 nach Dorfen fahre, helfe, den ÖPNV zu erhalten. Nicht nur das Defizit, „das der Landkreis tragen muss und das über die Kreisumlage an uns zurückkommt“, verringere sich durch eine bessere Auslastung, so Gaigl. Es werde auch etwas für den Umweltschutz getan und die Parkplatzsituation am Dorfener Bahnhof entlastet.

Neben bereits verwirklichten oder sich in der Bearbeitung befindlichen Projekten der Gemeinde wie dem Kläranlagenbau, der Überplanung des Brauerei-Geländes und der Starkregen-Gefahrenkarte ging Gaigl auch auf künftige Investitionen ein. Dazu gehören neue Baugebiete und die Gestaltung des Dorfplatzes in Lappach, der Umbau des alten Schulhauses in Schönbrunn, die Ertüchtigung der Steuerung in der Kläranlage und die geplante Ferienbetreuung für Schulkinder.

Anne Huber

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