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CSU geschlossen für Martin Bayerstorfer

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Von: Hans Moritz

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Der im Amt bestätigte CSU-Kreisvorstand (v. l.): Burkhard Köppen, Thomas Bauer, Max Gotz, Martin Bayerstorfer, Ulrike Scharf, Hans Wiesmaier, Franz Hofstetter, Franz Hörmann, Andreas Lenz und Alexander Wegmaier. Foto: Moritz

Mit dem bisher besten Ergebnis ist Landrat Martin Bayerstorfer seit 2001 zum zehnten Mal zum CSU-Kreisvorsitzenden gewählt worden. Von den über 170 Delegierten erhielt er im Gasthof zum Schex in St. Wolfgang 97,7 Prozent der Stimmen. Der gesamte Vorstand wurde im Amt bestätigt.

St. Wolfgang – Drei Tage vor der Europawahl am Sonntag wollte der CSU-Kreisverband noch einmal ein Zeichen der Geschlossenheit setzen. Doch natürlich war auch die tags zuvor bekannte gewordenen Landratskandidatur von Hans Schreiner als gemeinsamer Bewerber von Freien Wählern, SPD und Grünen Thema. Der Vorstand hüllte sich zwar in Schweigen, dafür packte St. Wolfgangs CSU-Ortsvorsitzender Georg Hofmeister die Keule aus.

Der Bockhorner Bürgermeister Hans Schreiner und die drei Parteien würden nach dem Motto verfahren „Wir haben zwar noch kein Programm, aber Hauptsache gegen die CSU.“ Sachliche Argumente seien nicht vorgebracht worden. „Welche Fehler sollen wir denn gemacht haben? Ich kenne keine“, so Hofmeister unter Applaus. Weil Schreiner aus Altersgründen nur sechs Jahre als Landrat blieben „ist keine in die Zukunft gerichtete Politik möglich“. Barbara Lanzinger aus Dorfen wies die Kritik der Grünen-Kreischefin Helga Stieglmeier brüsk zurück: „Martin Bayerstorfer ist nicht frauenfeindlich. Wir Frauen arbeiten sehr gut mit ihm zusammen.“

Bayerstorfer richtete den Fokus auf die eigene Partei. „Die CSU steht für eine Politik aus einem Guss“, meinte er und erinnerte an zahlreiche Veranstaltungen, darunter mit Ilse Aigner, Markus Söder und Horst Seehofer. „Wir können noch Zelte füllen.“ Die Wahlkämpfe zum Bundes- und Landtag habe die CSU „hervorragend bewerkstelligt“.

Bayerstorfer verteidigte die Parteilinie, weitere Straßen zu bauen. „Der Landkreis ist ein starker Wirtschaftsmotor, aber die Menschen stehen im Stau.“ Die politischen Mitbewerber „fordern nur weniger Verkehr, liefern dafür aber keine Vorschläge“.

Der Landkreis sei in den vergangenen zehn Jahren wirtschaftlich regelrecht „explodiert“, so Bayerstorfer mit Verweis auf das Plus bei der Gewerbesteuer um 120 und bei der Einkommenssteuer um 60 Prozent.

Die CSU sei es gewesen, die im Erdinger Land die maßgeblichen Akzente gesetzt habe, zuletzt 2018 das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe für 25 Millionen Euro, aber auch der Jugendzeltplatz am Notzinger Weiher, für den bereits vor Fertigstellung im Sommer zahlreiche Anmeldungen von Gruppen vorlägen.

Auch das Klinikum sprach Bayerstorfer an. So deutlich wie noch nie gab er zu, das Krankenhaus wieder ins Landratsamt eingegliedert zu haben, weil er mit dessen Vorstand unzufrieden gewesen sei. Damit bezog er sich auf die Schließung der Geburtshilfe. „Wofür brauchen wir ein kommunales Krankenhaus, wenn wir keinen Kreißsaal haben?“ Das gelte auch für die Notaufnahme. Deren Defizit gehe ebenfalls in Ordnung, „weil auch Kranke, die nicht stationär aufgenommen werden, eine Anlaufstelle brauchen, wenn die Praxen schon geschlossen haben“. In Zukunft werde man weiter investieren, etwa in die Vergrößerung der Dialyse von zehn auf 24 Plätze.

Der Kreisverband steht finanziell gut da. Schatzmeister Franz Hörmann bilanzierte knapp 390 000 Euro Einnahmen und 370 000 Euro Ausgaben. Der Kassenstand betrage 175 000 Euro.

Vor der Kommunalwahl 2020 lobte Erdings OB Max Gotz „die beachtliche Bilanz in den vergangene Jahren“. Bayerstorfer und die CSU hätten auch „bei schwierigen Themen Souveränität bewiesen“. Zehn Monate vor der Kommunalwahl stehe man vor „gewaltigen Aufgaben“. Er appellierte an die Geschlossenheit der Partei. Nun müsse man Bayerstorfer den Rücken stärken (siehe Meldung unten und Kommentar auf der Erding-Seite).

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