Stolz auf den Preis: Hubert Bittlmayer (l.) gratulierte Andreas Loidl (r.) neben seiner Freundin Andrea Ostermaier und Konrad Loidl mit Ehefrau Elisabeth.
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Stolz auf den Preis: Hubert Bittlmayer (l.) gratulierte Andreas Loidl (r.) neben seiner Freundin Andrea Ostermaier und Konrad Loidl mit Ehefrau Elisabeth.

Bayerischer Tierwohl-Preis

„Der Stall der Zukunft“: St. Wolfganger Landwirte gewinnen

  • vonTimo Aichele
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Der Ferkelzuchtbetrieb Loidl aus St. Wolfgang gewinnt beim Bayerischen Tierwohl-Preis den zweiten Preis. Andreas Loidl sagt: „Wir sind der Meinung: Das ist der Stall der Zukunft, der auch von den Verbrauchern akzeptiert wird.“

St. Wolfgang – Platz zwei beim Bayerischen Tierwohl-Preis für Nutztierhaltung – darauf kann der Ferkelzuchtbetrieb Loidl aus St. Wolfgang stolz sein. Gestern erhielt die Landwirtsfamilie den mit 3000 Euro dotierten Preis aus den Händen von Hubert Bittlmayer, Amtschef des Landwirtschaftsministeriums, überreicht. Alle drei prämierten Betriebe hätten in vorbildlicher Weise Verbesserungen über Neu- oder Stallumbauten oder besondere Managementmaßnahmen in ihren Tierhaltungen umgesetzt, lobte Bittlmayer in Vertetung von Ministerin Michaela Kaniber, die wegen einer Trauerfeier verhindert war.

„Die Preisträger haben sich intensiv mit dem Tierwohl und den Möglichkeiten der Ausgestaltung ihrer Tierhaltung auseinandergesetzt. Die gelungenen Beispiele zeigen, wie man mit Ideen und Kreativität die Lebensqualität der Nutztiere nachhaltig verbessern kann“, hatte Kaniber vor der Preisverleihung erklärt.

Kreativität und rauchende Köpfe waren bei den Loidls tatsächlich gefragt, erzählt Andreas Loidl. Bis 2018 hatte sein Vater Konrad Loidl Zuchtsauen auf seinem Betrieb in Weiding (Gemeinde St. Wolfgang). Dann sollte um eine Ferkelzucht erweitert werden. „Die Planungsphase hat gute zwei Jahre gedauert. Wir waren uns aber gleich einig, dass der Ferkelstall zukunftsfähig sein muss“, berichtet Andreas Loidl. „Wir sind der Meinung: Das ist der Stall der Zukunft, der auch von den Verbrauchern akzeptiert wird“, sagt der 26-jährige Landwirtschaftsmeister und Agrarbetriebswirt.

Die unabhängige, mit Experten und Praktikern aus Forschung, Verwaltung, Tierschutz und Berufsstand besetzte Jury sieht das offensichtlich genauso. Aus 20 Bewerbern wurden die drei Siegerbetriebe ausgewählt. Dazu hatte eine zehnköpfige Kommission die Loidls Ende August besucht. „Da haben wir schon gewusst, dass wir in der engeren Auswahl sind“, berichtet Andreas Loidl. Am nächsten Tag kam der Anruf: Der dritte Preis geht nach Weiding.

Das Dreiflächen-Buchtsystem für die Ferkelaufzucht hatte die Jury überzeugt. In dem Stall werden Ferkel in strukturierten Buchten mit je einem Ruhe-, Fress- und Auslaufbereich gehalten. Die Stroheinstreu im Liege- und Ruhebereich bietet Beschäftigungsmöglichkeit und Komfort für die Tiere. Die Bodentemperatur kann gesteuert werden, sodass je nach Jahreszeit Heizung oder Kühlung der Fläche möglich ist.

Der etwas höher gelegte Fressbereich ist auch mit einer anderen Bodengestaltung bewusst von der Liegefläche abgegrenzt. Im überdachten Auslaufbereich wird den Tieren Außenklimareiz geboten. Das trägt laut Ministerium zur Gesundheit der Tiere bei. Durch diese Strukturierung werde das natürliche Verhalten des separaten Abkotens der von Natur aus eigentlich reinlichen Tiere gefördert, so dass der innenliegende Liege- und Fressbereich weitgehend trocken und sauber bleibt.

Bei der Preisverleihung in der Landesanstalt für Landwirtschaft in Grub (Kreis Ebersberg) trafen die Loidls auch die anderen Preisträger aus Zandt im Landkreis Cham und aus Schmidstadt im Kreis Altötting. Zurück daheim war dann erst einmal Stallarbeit angesagt. Später wurde aber noch gefeiert. „D’Nachbarn kemman auf auf a Tierwohl-Hoibe vorbei“, erzählte Andreas Loidl.

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