Mittagsbetreuung

Ein Mahl essen, zwei Mal bezahlen

Um den staatlichen Zuschuss bei der Mittagsbetreuung nicht zur verlieren, dreht die Gemeinde St. Wolfgang an der Gebührenschraube – in manchen Fällen.

St. Wolfgang – „Wir haben viel gerechnet, aber auf eine 100-prozentige Gleichbehandlung sind wir nicht gekommen“, sagte Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) im Gemeinderat bei der Diskussion um die Gebühren für die Mittagsbetreuung an der Grundschule. Insgesamt etwa 30 Kinder nützen das Angebot der nachschulischen Betreuung während der Woche in der Zeit bis 16 Uhr (freitags 14 Uhr). Der Gemeinde entsteht trotz Gebühren durch die Mittagsbetreuung jährlich ein Minus von rund 10 000 Euro, informierte Gaigl. Bürgermeister und Gemeinderat waren sich einig, dass man dieses Defizit als gut angelegtes Geld für die Schüler und im Sinne der Vereinbarkeit von Beruf und Kinder weiter leisten werde.

Ein Problem sind die Förderrichtlinien zur Mittagsbetreuung. Die Gemeinde bekommt einen staatlichen Zuschuss von jährlich 7000 Euro, sagte Gaigl. Aber nur, wenn mindestens zwölf Schüler die Mittagsbetreuung an zwei Wochentagen nützten. Wenn das nicht erreicht werden könne, würde die Förderung entfallen und das Defizit auf 17 000 Euro steigen. Das wäre dem Gemeinderat zu viel. Dann müssten wir die 7000 Euro „irgendwie umlegen“, meinte Dieter Fischer (FW).

Bisher konnten Eltern das Angebot auch nur für einen Tag buchen, erklärte Gaigl. Um aber weiter die Förderung von 7000 Euro zu sichern, wurde eine Anpassung der Buchungszeiten beschlossen. Wer nur einen Tag Mittagsbetreuung für sein Kind bräuchte, muss demnach im neuen Schuljahr trotzdem zwei Tage buchen. Das sei nicht ganz gerecht, aber man wolle nicht riskieren, die Förderung zu verlieren. Rupert Numberger (Entwicklung Gemeinsam) sagte, die Gemeinde müsse auch Personal und Infrastruktur für die ganze Woche vorhalten und man könne halt „nicht alles exakt planen“.

Die Mittagsbetreuung geht von 11.20 bis 16 Uhr. Geboten wird ein Mittagessen für rund 3,50 Euro, Hausaufgabenbetreuung, Ausflüge, Spiele und Bastelmöglichkeiten. Die monatliche Gebühr für die Mindestbuchungszeit von zwei Tagen in der Woche beträgt 36 Euro (kurze Betreuungszeit bis 14 Uhr) und 53 Euro (bis 16 Uhr). Pro Monat werden zudem noch drei Euro Spielgeld fällig.

Hermann Weingartner

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