Vorbereiten der Impfdosen: die Arzthelferinnen Alexandra Osterloher (l.) und Andrea Lorenz beim Aufziehen der Spritzen.
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Vorbereiten der Impfdosen: die Arzthelferinnen Alexandra Osterloher (l.) und Andrea Lorenz beim Aufziehen der Spritzen.

Impfaktion

Impfaktion in St. Wolfgang: 500 Menschen wollen ihre zweite Impfung nicht

  • VonCIF.H. Weingartner
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2551 Zweitimpfungen wurden am Wochenende in der St. Wolfganger Goldachhalle vorgenommen. Es hätten aber 500 mehr sein können. Das Team steht weiter bereit.

St. Wolfgang – 2551 Menschen haben nun durch eine große Aktion der „Ärzte im Isental“ eine vollständige Immunisierung gegen das Corona-Virus erhalten. So viele kamen am Samstag und Sonntag nach St. Wolfgang, um ihre zweite Impfdosis abzuholen. Es hätten aber über 3000 sein können. Denn so viele hatten vom Team rund um die Allgemeinärzte Udo Hahn und Chrysovalantis Kantzeloglou Erstimpfungen erhalten.

Doch etliche nahmen den zweiten Termin nicht wahr, und das leider auch ohne eine Absage, bedauern die Organisatoren.

Dennoch sind die Initiatoren zufrieden. „Das war eine gute Sache“, bilanziert Hahn. Als erstes gab’s im Mai eine „Astra-Ü40-Impfung“ mit knapp 700 Impfwilligen. Zur zweiten Massenaktion im Juni mit dem Biontech-Vakzin kamen rund 2300 Menschen, darunter sehr viele junge Leute. Die Zweitimpfungen beider Aktionen standen jetzt am Wochenende an.

Im Gegensatz zu denen, die den zweiten Termin nicht wahrnahmen, hätten „nicht wenige trotz Zweitimpfungsmöglichkeit am Wohnort die weitere Anreise auf sich genommen, auch weil sie meinten, es gehöre sich so, weil sie so zufrieden waren beim ersten Impftermin“, freuen sich die Mediziner. Denn viele Impfwillige kamen auch aus dem Raum München, Rosenheim und sogar aus Frankfurt und Baden-Württemberg.

Erfreulich sei, so Hahn, dass es „keine relevanten Zwischenfälle gab. Alle Biontech-Impfdosen konnten verimpft werden, sodass nichts verworfen werden muss“. Über 90 Prozent der Astra-Erstgeimpften haben sich nun für Biontech als Zweitimpfung entschieden. Es war „für alle eine schöne Aktion, weil wir glückliche Menschen hatten. Alle Beteiligten war glücklich und hatten Freude an der Arbeit. Es war eine gute Sache“.

Einig sind sich Hahn und Kantzeloglou, dass es fahrlässig sei, die zweite Covid-19-Schutzimpfung nicht wahrzunehmen. Nach aktuellem Wissensstand sei klar, dass „ein guter Schutz gegen einen schweren oder gar tödlichen Infektionsverlauf erst nach der zweiten Impfung eintritt“.

Aus seinem Alltag berichtet Hahn, dass es um die Impfbereitschaft mittlerweile „ganz schlecht“ bestellt sei. Erst vergangenen Woche hätten sich für die beiden Impftage in seiner St. Wolfganger Praxis zunächst über 100 Leute für eine Erstimpfung angemeldet, gekommen seien aber nur insgesamt 25 Leute. „Katastrophal“, findet das Hahn.

Wie’s nun mit einer möglichen Auffrischungsimpfung weitergeht, könne man noch nicht sagen, meint der Allgemeinarzt. Abwarten müsse man auch, was die Politik wolle. „Das ganze Impf-Team steht bereit für eventuell anstehende Auffrischungsimpfungen“, heiße es aber in St. Wolfgang. Die Aktion würde dann „auch wieder gebündelt und in bewährter Form an einem oder mehreren Wochenenden durchgeführt“.  

HERMANN WEINGARTNER

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