1. Startseite
  2. Lokales
  3. Erding
  4. Sankt Wolfgang (Oberbayern)

Neues Gerätehaus und 150. Jubiläum im Fokus

Erstellt:

Von: Hermann Weingartner

Kommentare

Jetzt mit Gottes Segen: Pfarrer Michael Henger spendete ihn am Pfingstmontagvormittag für das neue Löschfahrzeug LF 20, den Verkehrssicherungsanhänger und den Versorgungswagen der Wolfganger Wehr.
Jetzt mit Gottes Segen: Pfarrer Michael Henger spendete ihn am Pfingstmontagvormittag für das neue Löschfahrzeug LF 20, den Verkehrssicherungsanhänger und den Versorgungswagen der Wolfganger Wehr. © Hermann Weingartner

Große Pläne hat die Freiwillige Feuerwehr St. Wolfgang. 2023 feiert sie mit einem Vier-Tage-Fest 150. Jubiläum. Und sie hofft dann auch auf den Baubeginn für das neue Gerätehaus.

St. Wolfgang – Die vergangenen zwei Jahre waren „sehr geprägt und eingeschränkt durch die Corona-Pandemie“. 2020 und 2021 war die Wehr bei Notfällen insgesamt 2000 Stunden im Einsatz für die Sicherheit der Bürger. So blickte St. Wolfgangs Feuerwehr-Kommandant Florian Axenböck am Pfingstmontag in der Jahreshauptversammlung zurück. Wegen der Pandemie konnte auch gestern erst das Löschfahrzeug LF 20 der St. Wolfganger Hauptfeuerwehr gesegnet werden, obwohl es bereits seit zwei Jahren im Einsatz ist.

Am Vormittag hatten sich die Mitglieder der St. Wolfganger Wehr und Abordnungen der fünf Ortsfeuerwehren zum Gottesdienst in der Großschwindauer Kirche versammelt. Dort segnete Pfarrer Michael Henger den neuen Jugend-Wimpel und nach der Messe das LF 20, den neuen Verkehrssicherungsanhänger und das alte HLF 16, das zu einem Versorgungsfahrzeug umgebaut worden ist. Danach ging’s ins Gasthaus Schex zum gemeinsamen Mittagessen, wo rund 80 Aktive und Passive die Jahreshauptversammlung verfolgten.

Axenböck erklärte, nach zwei Pandemie-Jahren erreiche man erst jetzt langsam wieder Vor-Corona-Niveau. Besonders betroffen gewesen sei das gesellschaftliche Vereinsleben, das bei der Feuerwehr auch sehr wichtig sei. Und trotz aller Widrigkeiten waren 2020 und 2021 ereignisreich, so Axenböck. Sehr stolz sei man in St. Wolfgang etwa auf die großen Corona-Impfaktionen des örtlichen Allgemeinmediziners Udo Hahn mit seinem Team. Die Feuerwehr habe diese nach Kräften unterstützt. Da habe sich gezeigt, was die St. Wolfganger „Bemerkenswertes auf die Füße stellen können“.

Und man sei auch erfinderisch gewesen und habe „Online-Übungen erfunden“. Weiter wurde 2020 das rund 400 000 Euro teure neue LF 20 in Betrieb genommen. Zur Ausstattung gehören unter anderem ein Löschwassertank (3000 Liter), ein 200-Liter-Schaummitteltank und ein Faltbehälter mit 5000 Liter Fassungsvermögen, Schwimmsaugkorb, Wasserwerfer, Defibrillator und Akkustrahler. 2021 konnte der vom Landkreis gestellte Verkehrssicherungsanhänger für die Einsätze auf der A 94 in Dienst gestellt werden.

Immer einsatzbereit trotz Pandemie-Einschränkungen: Das berichtete Kommandant Florian Axenböck (l.) in der Jahreshauptversammlung.
Immer einsatzbereit trotz Pandemie-Einschränkungen: Das berichtete Kommandant Florian Axenböck (l.) in der Jahreshauptversammlung. © Hermann Weingartner

Nach Jahren habe sich nun auch ein dringend nötiger neuer Standort für das Gerätehaus gefunden, berichtete Axenböck. Die Gemeinde konnte ein Grundstück direkt an der B 15 erwerben. Ein Arbeitskreis befasse sich seit 2021 mit Neubau und Ausstattung des künftigen FF-Stützpunktes. Inzwischen gebe es einen ersten Entwurf mit Machbarkeitsstudie und Konzeption. Dieser sei in nichtöffentlicher Sitzung des Gemeinderat bereits vorgestellt und diskutiert worden. Auf dieser Grundlage seien weitere Schritte eingeleitet worden. „Zeitliches Ziel“ ist laut Axenböck, dass man in einem Jahr Planreife erreiche, „und mit viel Glück 2023 im Jubiläumsjahr 150 Feuerwehr St. Wolfgang mit dem Bau beginnen könnte“.

69 Aktive zählt die Wehr, die auch während der Pandemie ehrenamtlich die volle Einsatzbereitschaft gewährleisteten. 2020 wurden bei 70 Übungen 1198 Stunden von 614 Teilnehmern erbracht, 2021 waren es 1016 Stunden bei 82 Übungen mit 57 Teilnehmern. Zu Einsätzen war die Wehr 2020 insgesamt 74 Mal ausgerückt, wobei 717 Aktive mit 765 Stunden beteiligt waren. 2021 waren es 85 Einsätze mit insgesamt 768 Aktiven. Der First Responder war 2020 ganz abgemeldet worden, ist aber seit Ende 2021 wieder im Einsatz.

Axenböck betonte, „ohne alle geht’s nicht“ und bedankte sich für das große ehrenamtliche Engagement. Dank gebühre auch der Gemeinde und den Arbeitgebern, die die Aktiven zum Einsatz weglassen.

Für ihr großes Interesse und ihren Übungsfleiß durfte sich die Jugendgruppe über ein besonderes Lob des Kommandanten freuen. Die Jugend sei „sehr, sehr wichtig“ und verstärke jedes Jahr die Aktiven. Derzeit gibt es 21 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.

Dass endlich wieder Aktivitäten möglich sind, freute auch den Vereinsvorsitzenden Hartwig Vogelsgesang und blickte schon auf das150. Jubiläum nächstes Jahr, das im Juni vier Tage groß in der Goldachhalle gefeiert werde.

„Ihr leistet das ganze Jahr unwahrscheinlich viel und wertvolle Arbeit“, lobte Vizebürgermeister Konrad Bernhard. Die Feuerwehr „ist immer da, wenn man sie braucht“ – im Einsatz zum Schutz von Hab und Gut und Leib und Leben der Bürger. Dafür sprach Bernhard für die Gemeinde ein „recht herzliches, großes Dankeschön“ aus. Dann übergab er offiziell das neue LF 20 mit der Bitte: „Haltet der Feuerwehr weiter die Treue und unterstützt die Führung.“

Gleich danach wurde es hektisch, denn die Aktiven mussten zu einem Einsatz. Die Versammlung löste sich zwischenzeitlich auf und wurde später beendet.

Auch interessant

Kommentare