Am Forstweg in Lappach (r.) wird eine Einzelbebauung (hinten, Mitte) abgelehnt. Foto: Weingartner

Streit um Bauvorhaben

Fingerhakeln mit dem Landratsamt

St. Wolfgang - Kein genehmigungsfähiges Plankonzept hat die Gemeinde St. Wolfgang für eine Einzelwohnbebauung in Lappach-Süd, moniert das Landratsamt. Ähnliches wird für das geplante Bürgervereinshaus in Schönbrunn befürchtet. Der Bauausschuss hat jetzt beide Projekte zurückgestellt.

Im Süden von Lappach am Forstweg versucht die Gemeinde seit drei Jahren im Außenbereich Baurecht für Einheimische zu schaffen. Eine vom Landratsamt geforderte Einbeziehungssatzung ist im Verfahren. Zunächst waren fünf Parzellen westlich des Forstweges geplant, aktuell ist es aber nur noch ein Bauplatz. Das Bauleitverfahren „hat uns das Landratsamt jetzt um die Ohren gehauen“, betonte Verwaltungsleiter Christian Miksch im Bauausschuss.

Eine Flächennutzungsplanänderung und Einbeziehungssatz, „wir haben alles gemacht“ was gefordert wurde, sagte Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW). Die Baubehörde kritisiere, dass die Satzung nur einem Bauwerber Baurecht ermögliche und eine unzureichende Erschließung über den in der Natur derzeit nicht mehr vorhabenden Forstweg, erklärte Miksch. Und durch die Bebauung werde eine spornartige Ortserweiterung gesehen.

Diese Auffassung des Landratsamtes konnte man im Bauausschuss nicht nachvollziehen. Die Satzung sehe den Ausbau des Forstweges vor, um damit sowohl die Bebauung westlich und östlich davon zu erschließen. Eine spornartige Erweiterung könne man auch nicht erkennen. Und gesetzlich seit es möglich, auch ein Einzelbaurecht per Satzung zu schaffen. „Interessant“ nannte Miksch, dass das Landratsamt bei den bereits laufenden Bauvorhaben östlich des Forstweges keine Probleme sah, für das Einzelbauvorhaben genau gegenüber aber schon. Warum dann dort auch noch ein 18 Meter breiter Wendehammer nötig sein soll wegen eines Wohnhauses mehr, sei auch nicht nachvollziehbar. Und 2011 habe das Landratsamt noch unter Altbürgermeister Jakob Schwimmer (CSU) einen genau „vergleichbaren Fall“ in Armstorf ohne jede Beanstandung genehmigt. Offenbar werde die Planungshoheit der Gemeinde „nicht mehr so hoch angesehen“, argwöhnte Miksch.

Ein Bauvorbescheidsantrag für das seit zwei Jahren geplante Schützenhaus mit Vereinsheim für alle Ortsvereine in Schönbrunn wurde zurückgezogen, informierte Gemeindechef Gaigl. Dies sei bei einer Versammlung der Dorfgemeinschaft kurz vor der Bauausschusssitzung mehrheitlich beschlossen worden. Hintergrund war, dass man Parallelen zur Einbeziehungssatzung in Lappach-Süd sehe und das Landratsamt aus Gleichbehandlungsgründen auch hier der Gemeinde eine Ortsabrundungssatzung „wohl um die Ohren hauen würde“. Das geplante „Bürgerhaus“ am westlichen Ortsrand könnte auch als eine spornartige Ortsentwicklung gesehen werden.

Nun soll zunächst ein Plankonzept für das ganze vorgesehene Areal rund um das Bürgerhaus entwickelt werden. In Schönbrunn drängt vor allem der Schützenverein auf den Bau eines Vereinsheimes, um seinen Fortbestand zu sichern. Weil das örtliche Wirtshaus Pfaller geschlossen hat, ist man schon seit zwei Jahren heimatlos und bei den Armstorfer Schützen zu Gast. Das Wirtshaus wurde zwischenzeitlich von der Gemeinde erworben, auch mit dem Ziel, dass die Vereine dort wieder eine Heimat haben und es einen Ortsmittelpunkt gibt.

Das alte Gebäude wird aber als nicht so zweckmäßig angenommen und man will daher lieber ein neues Bürgerhaus errichten. Im Gemeindehaus sind derzeit Asylbewerber untergebracht.

Hermann Weingartner

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