Fitnessparcours

Haftungsfrage bleibt ungeklärt

St. Wolfgang - Wer haftet bei einem Unfall auf dem St. Wolfganger Fitnessparcours? Diese Frage ist nach wie vor nicht geklärt.

Vor allem die Haftungsfrage und wohl teure Versicherungen für den St. Wolfganger Fitnessparcours bereiten dem Initiator, dem Förderverein „Schule Bildung und Kultur“ der Grundschule St. Wolfgang, aber auch der Gemeinde Sorgen. Für die Realisierung des Projekts war die frühere Vorstandschaft des Fördervereins verantwortlich. Genaue Zuständigkeiten und wohl versprochene privatrechtliche Regelungen wurden nie geklärt. Da gab es offenbar Versäumnisse noch unter dem alten Vereinsvorstand und der Ära von Altbürgermeister Jakob Schwimmer.

Im November hatte sich der Gemeinderat auf Vorlage von Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) mit dem Fitnessparcours ausführlich beschäftigt, erinnerte Verwaltungsleiter Christian Miksch in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend. Einen konkreten Beschluss gab es damals nicht, aber mehrere Schritte zur weiteren Vorgehensweise wurden der Verwaltung aufgetragen. Über Ergebnisse sollte im Gemeinderat berichtetet und dann eine Entscheidung gefällt werden.

Etwas Unverständnis rief daher bei Verwaltung und Bürgermeister der Antrag von Georg Hofmeister (Wählergemeinschaft Armstorf) und einigen Gemeinderäten hervor, sich schon jetzt erneut mit dem Thema zu befassen. Gaigl versicherte, er und die Verwaltung hätten inzwischen bereits „einiges getan“. Zum aktuellen Stand sagte er, der Fitnessparcours sei in die Landkreiswanderkarte aufgenommen. Das verpflichte jetzt. Eine geforderte Beschilderung mit Wegbeschreibungen sei angebracht und auch mit dem Betreuungszentrum Wernhardsberg habe man ein Gespräch geführt, welche Pflegearbeiten die dortige Arbeitstherapiegruppe an welchen Parcours-Stationen übernehmen könnte. Der Bauhof kontrolliere und warte die Gerätschaften.

Einig war man sich, dass es eine „saubere Lösung“ für Zuständigkeiten und Benutzungshaftung für die Nutzung des gesamten Fitnessparcours geben müsse. Sonst könne es zu Haftungsproblemen kommen. Einige Fitnessgeräte stehen auch auf Privatgrund, für die jetzt die Grundstückeigentümer haften. Wenn es zu einem Unfall komme, heiße es, „wer hat wann, was gewusst“, warnte Gaigl. Deshalb sei schon ein Kontakt zu einem Versicherungsexperten aufgenommen worden. Die Haftung sei demnach „schwierig“, die Kosten noch nicht abzuschätzen. In der April-Sitzung sollen alle Informationen vorliegen.

Der 2014 neu gewählte Vorstand des Fördervereins habe die Vereinsführung „in völliger Unkenntnis übernommen, dass uns der Fitnessparcours gehört“, betonte die 2. Vorsitzende Anja Öbleis. Von den „Altlasten“ und verbundenen Aufgaben und Belastungen habe man erst im November erfahren. Der kleine Verein sei für den Fitnessparcours. Aber Unterhalt und Versicherung könne man sich „vom Finanziellen her nicht leisten“. Der Vorstand sei nun „sehr interessiert“, dass die Gemeinde die Sportanlage übernehme. „Wenn nicht, müssen wir den Fitnessparcours sein lassen“, erklärte Öbleis unmissverständlich.

Magdalena Wandinger-Strauß (FW) erinnerte an den alten Gemeinderat. Da habe es geheißen, die Gemeinde übernehme die Versicherung für die Geräte auf Privatgrund. Da sei aber „nie was nachgekommen“. Rupert Numberger (Einigkeit Gemeinsam) ergänzte: „Damals ist viel geredet und alles nicht gemacht worden“. Er sei ohnehin überzeugt, dass der Fitnessparcours „ned so a großes Image“ für die Gemeinde sei.

Hermann Weingartner

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