Gefräßige Kriechtiere: Schnecken sind eine wahre Plage. Foto: MM

Schnecken im Garten

Des Gärtners größter Feind

St. Wolfgang - Gartenbesitzer graut es davor: Schnecken im Gemüsegarten oder Blumenbeet sind des Gärtners größter Feind. Doch es gibt zuverlässige Abwehrmaßnahmen.

Wenn es um das Thema Schnecken im Garten geht, werden Gartenfreunde hellhörig. Gut 100 Besucher konnte Rudi Brand, der Vorsitzende des St. Wolfganger Gartenbauvereins, zu einem Fachvortrag zu dieser Thematik im Gasthaus Obermaier in Lappach begrüßen. Das große Interesse lag aber sicher auch am Referenten Peter Gasteiger. Er ist Gärtnermeister und Vorsitzender des Gartenbauverein Gars und dafür bekannt, mit seinem schier unerschöpflichen Wortschatz und mit viel Humor Zuhörer begeistern zu können.

In seinem Vortrag ging es um die Allerweltsplagen der Schnecken und dessen Bekämpfung, wie Amalie Rust vom Gartenbauverein St. Wolfgang berichtet. Unsere milden Winter und unser relativ feuchtes Klima böten den spanischen, hauslosen Wegschnecken geradezu ideale Lebensbedingungen. Schnecken sind laut Gasteiger äußerst intelligente Tiere, ähnlich wie Ratten und hätten auf Grund ihrer nahezu Blindheit einen höchst ausgeprägten Geruchssinn. Die Tiere seien hauptsächlich nachts unterwegs. Im Vergleich müsste der Mensch in einer Nacht ein halbes Schwein verzehren um volumenmäßig die Menge zu erreichen, die eine Schnecke fresse, informierte der Referent. Die Schnecken legten ihre Eier in Paketen von 50 bis 80 Stück in Erdhöhlen ab und das dreimal im Jahr.

Zur Bekämpfung der Schnecken gab der Fachmann zahlreiche Tipps. Angefangen mit der richtigen Platzwahl der Beete, der Bodenbearbeitung, dem fachgerechten Mulchen mit trockenem, scharfkantigem Material, der richtigen Kompostausbringung bis hin zum Anbau von „Feindpflanzen“, gebe es mehr oder weniger zuverlässige Abwehrmethoden. Bewährt habe sich nach den gefräßigen Tieren bereits im zeitigen Frühjahr Ausschau zu halten, noch bevor der erste Salat gepflanzt werde. Nach Aussage des Referenten ist die schnellste und schmerzloseste Methode zum Abtöten der Tiere das Absammeln und anschließende übergießen mit kochendem Wasser. Mit diesem Sud lassen sich dann angeblich weitere Schneckenangriffe vermeiden, wenn man bekannte Schneckenwege damit besprühe oder übergieße.

Zum Einsatz von Schneckenkorn gab Gasteiger den Rat, öfters das Produkt zu wechseln, weil sonst die Tiere die Körner nicht mehr aufnähmen. Ferner sollte das Schneckenkorn nicht zwischen den Pflanzen ausgebracht werden sondern nur am Rande der Beete, noch besser dort wo die Schnecken ihren Unterschlupf hätten. Gasteiger wies aber auch darauf hin, dass der Einsatz von Schneckenkorn für den nützlichen und großen Schneckenvernichter, dem Igel, bedenklich sei.

Der fast zweistündige Vortrag von Gasteiger wurde mit viel Begeisterung und Heiterkeit verfolgt, freut sich Vereinsschriftführerin Rust. Gasteigers Fazit zum Schluss des Fachvortrages sei aber eindeutig gewesen: Gartenfreunde müssten sich darüber im Klaren sein, dass ein vollkommen schneckenloser Garten nie zu verwirklichen sei. ar

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