3280 Euro aus der Sozialstiftung der Sparkasse Wasserburg gingen in den Landkreis Erding. St.Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl (r.) freute sich mit den Vertreterinnen des Armstorfer Kindergartens und des Vereins Helfende Hände e.V. über die Zuwendung durch den stellvertretenden Landrat Jakob Schwimmer (l.). Foto: Hampel

Sparkassen-Sozialstiftung

Geld für Kindergarten und Helferkreis

St. Wolfgang - Die Kreis- und Stadtsparkasse Wasserburg hat aus Mitteln der Sozialstiftung an Vereine und Verbände Spenden ausgeschüttet. Zum Zuge kamen auch Einrichtungen aus St. Wolfgang, wo die Sparkasse eine Geschäftsstelle erhält.

Sozial engagierte Menschen sind kommunikativer als Künstler – stellten diejenigen fest, die bei beiden Stiftungsveranstaltungen der Sparkasse Wasserburg zugegen waren. Selbst Direktor Richard Steinbichler hatte seine liebe Mühe, sich Gehör zu verschaffen, so vergnügt lief die Unterhaltung in der „erlauchten Empfängerversammlung“, wie sie Jakob Schwimmer, der stellvertretende Erdinger Landrat titulierte, zwischen Johannitern und Feuerwehr, zwischen Autoteilern und Kinderschutzbund, zwischen Kreishandwerksmeister und Kita-Chefin, zwischen Asyl-Helfern und Wünsche-Erfüllern. Dann aber hatte Steinbichler die volle Aufmerksamkeit, als er – emotional öffentlich wie sonst selten – von einem Bericht erzählte, den er kurz zuvor über einen kleinen jemenitischen Jungen gesehen hatte.

Der Bub, chronisch krank, lebt in ärmlichsten Verhältnissen, leidet große Schmerzen. Alle Ersparnisse der Familie wurden für eine Behandlung in der Hauptstadt Jemens geopfert – vergeblich, denn nicht nur kam es zu keiner soliden Diagnose, die Krankenhausapotheke hatte auch keinerlei Medikamente. Da sei er doch sehr froh, in der Region Wasserburg leben zu dürfen, wo einem dreijährigen Flüchtlingsjungen, der am Wochenende in der Nacht schlimme Zahnschmerzen bekam, innerhalb von ein paar Stunden geholfen werden konnte, so Steinbichler. „Wir haben hier ein unglaubliches soziales Netz. Und wenn da wirklich einmal einer durchfällt, dann gibt es ein zweites Netz. Und das sind Sie, diejenigen, die sich ehrenamtlich sozial engagieren“, so der Sparkassenvorstand. Er versicherte, dass es für die sozialen Angelegenheiten auch dann noch Geld gebe, wenn das Stiftungskapital der Sozialstiftung einmal keine Zinsen mehr abwerfen sollte.

Die größte Gruppe derer, die bedacht wurden, waren die Frauen und Männer, die sich in Wasserburg und Umgebung um die Flüchtlinge kümmern. „Ohne diese ehrenamtlichen Helfer ginge es nicht, gar nicht“, waren sich Wasserburgs Bürgermeister Michael Kölbl und Landrat Wolfgang Berthaler einig. 4200 Euro gingen an die acht Helferkreise, „ein Tropfen auf den heißen Stein, aber ohne den Tropfen wäre der noch ein wenig heißer“, so Kölbl.

Eine weitere große Gruppe waren die Vertreter der Kindertagesstätten. Deren Arbeit habe sich eklatant geändert, so Kölbl, sowohl was die Betreuungszeiten als auch die Aufgaben angehe. Kinder mit Migrationshintergrund oder Behinderungen wurden heute in den Gruppen mit betreut. Deswegen hatte auch sein Amtskollege Ullrich Gaigl aus St. Wolfgang den Armstorfer Kindergarten bedacht, in dem ein Down-Kind ganz selbstverständlich „mitläuft“.

Das Schlusswort gebührte wieder dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse. Wasserburg sei nicht nur eine einmalig schöne Stadt mit einer einmaligen Lage und einem einmaligen Lebensgefühl, so Steinbichler, sondern auch mit einem einmaligen Zusammenhalt, befand Steinbichler. Deswegen nehme die Sparkasse Wasserburg ihren sozialen Auftrag auch sehr ernst. Aber: „Sie sind diejenigen, die soziales stiften. Wir geben nur das Geld“.

Sylvia Hampel

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