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Gratulation zum 95. Geburtstag gefeiert: Jubilarin Rosalia Ruppert (M.) mit (vorne, v. l.) Urenkel Simon Bauer, Enkelin Birgit Bauer und (hinten, v. l.) Tochter Anni Osterloher, Urenkelin Veronika Bauer, Bürgermeister Ullrich Gaigl, Urenkel Kilian Bauer und Schwiegersohn Peter Osterloher.

95. Geburtstag Rosalia Ruppert

Die größte Freude der Jubilarin sind ihre Enkel

In den „goldenen Zwanzigerjahren“ im letzten Jahrhundert ist Rosalia Ruppert geboren worden. Jetzt feierte sie mit der Familie ihren 95. Geburtstag.

Armstorf –  Rosalia Ruppert, eine geborene Bien, ist in Hird geboren worden. Der Ort liegt in Ungarn in der Nähe von Pécs (früher Fünfkirchen). Dort ist sie aufgewachsen und von ihrer Kindheit und Jugend in der alten Heimat erzählt sie die Jubilarin noch heute gerne. Nach der Schulzeit arbeitete sie dort in der örtlichen Hanffabrik. Noch keine zwanzig Jahre alt heiratete die Jubilarin den Bergwerkszimmermann Franz Ruppert. Schon bald war das junge Glück vollständig, als 1941 Töchterchen Anni zur Welt kam.

Die Freude über den Nachwuchs in den Kriegszeiten währte nicht lange. Die schrecklichen Ereignisse damals trafen auch Ungarn und dort insbesondere die deutschstämmige Bevölkerung. Wie viele andere Deutsche musste auch die junge Familie 1944 ihre Heimat verlassen, um einer Deportierung nach Russland zu entgehen, erzählte die Jubilarin. Nur mit dem Allernötigsten ausgestattet kamen sie nach der Flucht nach St. Wolfgang. In der neuen Heimat war das Paar bemüht Fuß zu fassen. Anfangs schlief man noch im Massenlager im Gemeindegebäude, später wohnten sie in verschiedenen Privatunterkünften und bei hiesigen Landwirten. Um die Familie zu ernähren, arbeitete der Mann im Bergwerk in Hausham (Landkreis Miesbach), später dann bei großen Baufirmen. Die Jubilarin verdiente bei verschiedenen Bauern im Umkreis zum Lebensunterhalt dazu. Als Tochter Anni älter war, arbeitete Rosalia Ruppert dann in München als Molkerei-Hilfskraft und als Küchenhilfe in einer Kantine.

Die Rupperts hatten damals ein großes Ziel, sich ein eigenes Heim zu schaffen. Durch unermüdlichen Fleiß gelang es dem Paar ein bescheidenes Haus in Armstorf zu bauen. Später eröffneten Mutter und Tochter dort einen kleinen Edeka-Lebensmittelladen, den sie 1959 bis 1992 betrieben. 1971 traf die Familie ein schwerer Schicksalsschlag, denn der geliebte Ehemann und Vater verunglückte auf dem Heimweg von der Arbeit tödlich. Über den großen Schmerz der Jubilarin halfen ihr die Tochter mit ihrer Familie hinweg, vor allem die beiden Enkel Peter Osterloher und Birgit Bauer.

Die Jubilarin packte früher überall mit an, wo es ging, ob im Lebensmittelladen und im Haus. In den letzten Jahren machten ihr immer wieder gesundheitliche Probleme schwer zu schaffen. Trotzdem erholte sie sich in bewundernswerter Weise und Dank der Pflege von Tochter und Enkelin immer wieder.

Die Jubilarin lebt immer noch daheim, wo sie von den Angehörigen liebevoll betreut wird. Ihre größte Freude sind ihre Enkel Peter und Birgit sowie die mittlerweile sechs Urenkelinnen und Urenkel. 

Zum Jubiläum gratulierte auch Bürgermeister Ullrich Gaigl, über dessen Besuch sich die Jubilarin sehr freute.   prä

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