Gemeinderat

Günstigere Zinsen: St. Wolfgang baut Schulden ab

Schulden tilgen oder für schlechte Zeiten ansparen? Das hatte der Gemeinderat St. Wolfgang zu entscheiden.

St. Wolfgang – Die Beratung war nötig, weil „heuer zwei Bausparer fertig werden“ und zwei Kredite durch Umschuldung künftig zu günstigeren Konditionen bedient werden können, wie Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) erklärte.

Damit wird der Haushalt 2019 um rund 75 000 Euro Schuldendienst entlastet. Die Modalitäten erläuterte Julia Schwarzenbeck, die seit November 2017 als Kämmerin die Finanzplanung der Kommune überwacht. Laut Haushaltsplan rechnet die Gemeinde am Jahresende mit einem Schuldenstand von rund 3,7 Millionen Euro. Durch Umschuldung eines laufenden Kredits über 1,65 Millionen Euro habe zur Jahresmitte ein „deutlich niedriger Zinssatz“ generiert werden können – von 3,9 Prozent auf „um die ein Prozent“, so Schwarzenbeck. Für einen weiteren Kredit könne zum Jahreswechsel eine Umschuldung mit einem dann „deutlich geringeren Zinssatz“ vorgenommen werden.

Die Kämmerin stellte in Aussicht, dass sich der Schuldendienst von heuer rund 107 000 Euro in den kommenden Jahren „weiter deutlich reduzieren wird“. Durch diese Einsparungen können der Rücklage weitere 75 000 Euro zugeführt werden. Dieses Geld könnte für die Kredittilgung genutzt werden, schlug die Kämmererin vor.

Gaigl sprach sich dafür aus, die Einsparungen in die Tilgung des Kapitaldienstes zu stecken und „Sondertilgungen in guten Zeiten“ zu leisten. Der Gemeinderat war mehrheitlich ebenfalls dieser Meinung. Nur Banker Franz Seidl (CSU) wollte die Einsparungen in die Rücklagen stecken. Sollten die Zinsen tatsächlich wieder steigen, könnte man das Geld wieder entnehmen, so sein Vorschlag. Dem schloss sich niemand an.  prä

Auch interessant

Kommentare